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Osteuropakenner Robert Hotz SJ verstorben

Der Osteuropaspezialist und Journalist P. Robert Hotz SJ ist tot. Der Gründer der „Hilfsaktion Westukraine“ starb am vergangenen Samstag im Alter von 86 Jahren in Menzingen (Schweiz).

Robert Hotz wuchs als Sohn eines reformierten Vaters und einer katholischen Mutter in Zürich auf, absolvierte das Lehrerseminar des Kantons Zürich und trat 1956 in den Jesuitenorden ein. Er studierte von 1958 bis 1961 Philosophie in Pullach/München, machte von 1961-64 das Magisterium am Kolleg Stella Matutina in Feldkirch. Nach dem Studium der Theologie in Lyon-Fourvière von 1964-68, folgte 1978 die Promotion in Theologie am Institut Catholique in Lyon, ergänzt durch Spezialstudien der Slawistik und Ostkirchenkunde in Lyon und Zürich. 1967 wurde Robert Hotz im slawisch-byzantinischen Ritus zum Priester geweiht. Zeitlebens war es ihm wichtig, als Seelsorger und Publizist den Menschen im Westen Liturgie, Theologie und Spiritualität der orthodoxen Tradition, besonders der katholischen Ostkirchen, näher zu bringen. Von 1971 bis 1989 war Robert Hotz Mitglied der Redaktion der Zeitschrift „Orientierung“, reiste regelmässig in die Sowjetunion und nach Polen, und berichtete in Zeitungen, Radio (vor allem Radio Vatikan und Südwestfunk Baden-Baden) und Fernsehen über Mittel- und Osteuropa. Ausserdem hatte er Lehraufträge an der Theologischen Fakultät der Universität Fribourg und der Theologischen Hochschule in Chur und nahm eine Dozentur für Russistik und Politologie an der Handelshochschule, heute Universität St. Gallen (Lehrstuhl von Felix Ph. Ingold) wahr. Nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion und angesichts der Spätfolgen des Atom-Supergaus von Tschernobyl rief er 1992 die „Hilfsaktion Westukraine“ zur Unterstützung der medizinischen Versorgung vor allem in L’viv/Lemberg ins Leben. Dafür fand er vielfältige Unterstützung. Von 2016 an lebte Robert Hotz in der Senioren-Kommunität in Basel (Byfangweg). 2019 zog er aus gesundheitlichen Gründen ins Pflegeheim St. Franziskus in Menzingen.

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