• © SJ-Bild (2014) / Christian Ender
  • P. Deeken bei einer Vorlesung an der Sophia-Universität in Tokio.
  • 1998 erhielt P. Deeken vom deutschen Botschafter Frank Elbe (l.) das Bundesverdienstkreuz.
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P. Alfons Deeken SJ in Tokio verstorben

Tokio/München - Der aus Deutschland stammende Philosoph und Jesuitenpater Alfons Deeken SJ ist tot. Er starb in der Nacht zum Sonntag, 6. September, an den Folgen einer Lungenentzündung in Tokio.

Pater Deeken wurde am 3. August 1932 in Emstek bei Oldenburg geboren. 1952 trat er in das Noviziat des Jesuitenordens in Eringerfeld ein. Schon als Schüler fühlte er sich nach Japan berufen und konnte 1959 dort seine Studien fortsetzen. Am 18. März 1965 wurde er zum Priester geweiht.

Pater Deekens philosophische Studien galten schon früh den Fragen von Sterben und Tod und des Umgangs der verschiedenen Kulturen mit diesem Thema. 1973 wurde er Professor an der Sophia-Universität mit den Schwerpunkten Philosophie des Todes, philosophische Anthropologie und Geschichte der westlichen Ethik. Er hielt Kurse zur „Einführung in das Christentum“ und taufte mehrere hundert Menschen. Deeken war Initiator der Hospizidee in Japan. Seine Arbeit hat ihn über die Grenzen philosophisch-wissenschaftlichen Betrachtungen 1982 zur Gründung der „Japanischen Gesellschaft für Sterbe-Erziehung und Trauerberatung“ geführt, die heute über 6.000 Mitglieder zählt. Die Gründung basierte auf der Einsicht, dass die Moderne auch in Japan die traditionelle Form der Sterbebegleitung und Trauerbewätigung durch Angehörige und dörfliche Gemeinschaften zurückgedrängt hat. Damit gab Deeken nicht nur den Anstoß zur Thematisierung des bis dahin in Japan tabuisierten Themas, sondern auch für praktische, unmittelbare Hilfe im Umgang mit Sterben und Tod. Seine mehr als 20 Bücher erreichten eine Auflage von über eine Million Exemplare. 1998 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 2002 wurde er emeritiert. 2016 zog er in ein Altenheim des Ordens in Tokio.

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