• P. Macha (m.) anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums 2009, links neben ihm Bischof Joseph Werth SJ von Nowosibirsk.
  • © SJ-Bild/Christian Ender
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P. Josef Macha SJ in München verstorben

München - Kurz vor seinem 90. Geburtstag ist der Soziologe und Russland-Spezialist Pater Josef Macha SJ am Samstag, 10. August, in einer Münchner Klinik verstorben.

Am 20. August 1929 im schlesischen Oderfest (Oppeln) geboren, trat er 1949 in Pullach ins Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Nach den Studien wurde er 1959 in Rom im byzantinischen Ritus zum Priester geweiht. Ein soziologisches Aufbaustudium zum "Dialektischen Materialismus" an der New Yorker Fordham-University schloss sich an. Seit 1968 wurde er zunächst Dozent und später Professor an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. 1984 wurde er Rektor des Päpstlichen Kollegs Russicum, wo er nach dem Ende seiner Amtszeit weiterhin Spiritual und Bibliothekar tätig war. Von 1991 bis 1994 war er Konsultor der Kongregation für die Ostkirchen.

Zwar hatte er sich schon als junger Jesuit für einen Einsatz in Russland vorbereitet, aber erst nach der Wende wurde sein Jugendtraum wahr und es ergab sich die Möglichkeit, dass er in Russland tätig werden konnte. Ab 1994 hielt er an der Staatsuniversität in Nowosibirsk Vorlesungen in Soziologie. Von 1995 bis 2011 arbeitete er in Nowosibirsk im geistlichen Zentrum "Iñigo" und setzte sich auf Wunsch des damaligen Generaloberen Peter Hans Kolvenbach für eine bessere öffentliche Erschließung der wertvollen Bibliotheksbestände ein, die bereits im Russicum gesammelt hatten. P. Macha begründete in Nowosibirsk den Aufbau einer wissenschaftlichen Bibliothek, die bis heute mit seinem Namen verbunden ist und die dank seiner Arbeit inzwischen mehr als 30.000 Bände umfasst. 1998 wurde er Superior und Regionalkonsultor.

2011 kehrte P. Macha nach Deutschland zurück und lebte im damaligen Ignatiushaus in der Seestr., 2017 zog er in die Seniorenkommunität der Jesuiten nach Unterhaching. 2014 konnte er noch die russische Übersetzung seines Sammelwerkes "Ecclesiastical Unification" (1974) abschließen. Ende Juli erlitt er einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte.

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