P. Reinhard Neudecker SJ in Unterhaching verstorben

Pater Reinhard Neudecker SJ ist am Abend des 22. November in Unterhaching verstorben. Er wurde in Langenbrück (poln. Moszczanka) in Oberschlesien als viertes von vier Kindern geboren. Nach Kriegsende wurde die Familie vertrieben und fand nach einer Zwischenstation in Ostfriesland in Geislingen eine neue Heimat. Nach der Schulzeit in den katholischen Knabenkonvikten in Rottenburg und Rottweil trat er 1959 in den Orden ein und studierte im Anschluss an das Noviziat Philosophie in Pullach und, nach einem Interstiz in Sankt Blasien, Theologie in Innsbruck, wo er 1971 promoviert wurde.

Danach spezialisierte er sich auf rabbinische Literatur am Hebrew Union College in Cincinnati (USA), wo er 1978 erneut promoviert wurde. Von 1978 bis 2013 war er Professor für rabbinische Literatur am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom. Er übernahm zahlreiche Gastprofessuren, u.a. an der römischen Päpstlichen Universität Gregoriana, an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt und an der Hochschule für Philosophie München, in den USA, auf den Philippinen, in Indonesien, Korea und Japan, und veröffentlichte zahlreiche Beiträge auf dem Gebiet der rabbinischen Literatur und des interreligiösen Dialogs.

Obwohl er auch nach seiner Emeritierung 2008 noch zahlreiche Forschungsprojekte plante, zwang ihn u.a. eine zunehmende Erkrankung der Augen im Frühjahr 2013 zur Rückkehr nach Deutschland. Zunächst lebte er in Sankt Blasien, von wo aus er noch Forschungsprojekte in den USA und in Japan begleitete, zog aber nach einer schweren Augen-OP, die nur bedingt Besserung brachte, ab 2018 ins Katholische Bürgerhospital nach Mannheim und von dort 2020 in die Seniorenkommunität nach Unterhaching, wo seine Kräfte mehr und mehr nachließen. Nun legte er sein Leben in die Hände seines Schöpfers zurück.

R.I.P.

Die Beerdigung findet am Montag, 1. Dezember 2025, um 14.30 Uhr auf dem Ordensfriedhof beim Pater-Rupert-Mayer-Schulzentrum, Wolfratshauser Str. 30, 82049 Pullach statt, anschließend das Requiem in der Kapelle des Schulzentrums.

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