Pater Werner Mayer SJ ist am frühen Nachmittag des 15. Dezember 2025 in der Residenz Petrus Canisius in Rom verstorben. Er wurde in Bonbruck (Niederbayern) geboren und wuchs dort mit seinen beiden Geschwistern auf. Nach der Heimkehr des Vaters aus der Kriegsgefangenschaft 1948 kehrte die Familie in ihre angestammte Heimat nach Baden zurück, wo der Vater erneut als Zollsekretär in Grenzach bei Lörrach, später Weil am Rhein tätig wurde.
Unmittelbar nach dem Abitur auf dem Hebelgymnasium in Lörrach trat Pater Mayer in das Noviziat der Jesuiten in Neuhausen a.d.F. ein. Es folgten die ordensüblichen Studien der Philosophie und Theologie in Pullach und Innsbruck, unterbrochen von einer kurzen Zeit als Lateinlehrer in Sankt Blasien. Nach Abschluss der Theologie schloss ein Aufbaustudium in altorientalischer Philologie an, was er mit einer Promotion über die Formensprache babylonischer Gebetsbeschwörungen an der Universität Münster beendete. Sie bildete die Grundlage für seine spätere Lehrtätigkeit am Biblicum in Rom, die er 1975 als Professor für Assyriologie begann.
Von 1977 bis 1989 war Pater Mayer Mitherausgeber, von 1989 bis 2018 Herausgeber der Zeitschrift „Orientalia“. Er brachte auch zwei bedeutende Forschungsreihen zur Orientalistik – Studia Pohl und Analecta Orientalia – heraus. Von 1987 bis 1996 war er zudem Dekan und Prodekan der Orientalischen Fakultät. Im Laufe seines gesamten wissenschaftlichen Lebens trug er maßgeblich zur Etablierung von Standards im Feld der Altorientalischen Forschung bei. 2023 zog er aufgrund gesundheitlicher Probleme in die Seniorenresidenz der Jesuiten in Rom, wo er nun sein Leben in die Hände seines Schöpfers zurücklegte.
R.I.P.