• Pater Franz Jálics SJ bei der Feier seines 90. Geburtstags 2017 in Budapest. © SJ-Bild (3): Orbán Gellért
  • P. Franz Jálics SJ (l.) mit dem ungarischen Provinzial P. Elemér Vízi SJ (r.).
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Pater Franz Jálics SJ in Budapest verstorben

P. Bernhard Bürgler SJ: „Vielen Menschen hat er einen Weg zu Gott, zu sich selbst und zu den Menschen gezeigt“

Pater Franz Jálics SJ ist heute Nacht im Alter von 93 Jahren gestorben. Nach einer Corona-Erkrankung war er am Donnerstag aus dem Krankenhaus in ein Altenheim in Budapest zurückgekehrt, wo er seit 2017 gelebt hatte. Der Jesuit, Theologe und Buchautor gilt als ein Pionier für die Aktualisierung der Exerzitien des Ignatius von Loyola in die heutige Zeit. 1984 gründete das Exerzitienhaus Gries. In seinem Buch „Kontemplative Exerzitien – Eine Einführung in das Jesusgebet und in eine kontemplative Lebenshaltung“ beschrieb er den „Grieser Weg“ der Kontemplation.

1927 in Budapest geboren, machte Franz Jalics als 17-Jähriger im II. Weltkrieg während der Bombardierung Nürnbergs eine tiefe religiöse Erfahrung, die seinen weiteren Glaubensweg entscheidend prägte. Nach seiner Rückkehr nach Ungarn holte er das Abitur nach und trat 1947 ins Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Unter dem Druck der kommunistischen Regierung musste er das Land verlassen und absolvierte seine philosophischen Studien in Pullach und Löwen/Belgien. Nach weiteren Studien in Chile und dem Theologiestudium in Buenos Aires dozierte er dort Fundamentaltheologie und Dogmatik und begleitete als Spiritual die Scholastiker 1974 zog er in ein Elendsviertel von Buenos Aires, um das Leben mit den Armen zu teilen. Er wurde von den argentinischen Militärs verfolgt und war ein halbes Jahr lang in einer Zelle mit verbundenen Augen eingesperrt. Seit 1978 lebte Jalics in Deutschland und gab Exerzitien in dem von ihm aus der Erfahrung seines Lebens geprägten kontemplativen Stil.

Autor:

Bernhard Bürgler SJ

Pater Bernhard Bürgler SJ ein ausgewiesener Experte in den Bereichen Spiritualität, Exerzitien, Meditation und Psychoanalyse. Der 60-jährige ist in Lienz, Osttirol geboren. Nach der sogenannten Matura, dem österreichischen Abitur, studierte er in Innsbruck Theologie. Im Anschluss an sein Studium arbeitete er im deutschen Exerzitienhaus Haus Gries mit, welches von den Jesuiten getragen wird. Nach weiteren Jahren als Religionslehrer in Österreich trat Bürgler 1991 in die Gesellschaft Jesu ein. Nach dem Noviziat promovierte er in Theologie und machte zudem eine Ausbildung zum Psychotherapeuten. Seine Tätigkeiten im Orden waren Spiritual im internationalen Priesterkolleg Canisianum (Innsbruck), Leiter des Exerzitienhauses „Haus Gries“ (Wilhelmsthal), Bereichsleiter für Spiritualität und Exerzitien im Kardinal König Haus (Wien). 2014 wurde er Provinzial der Österreichischen Provinz der Jesuiten. Am 31. Juli 2020 ernannte ihn der Generaloberer P. Arturo Sosa SJ zum ersten Provinzial der neuen Zentraleuropäischen Provinz, die am 27. April 2021 die bisherigen Provinzen Österreich, Deutschland, Litauen-Lettland und der Schweiz ersetzen wird.

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