Zwei Generationen von Stammesführern: Jason Menaling (l.) und sein verstorbener Vater Nestor Menaling
Regeneriertes Stammesterritorium
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Bild 1: Pedro Walpole
/ Bild 2: Pedro Walpole SJ
/ Bild 3: APC
/ Bild 4: Mark Saludes
Philippinen: Auf kahlem Boden wächst Zukunft
Im Dorf Bendum auf den Philippinen engagiert sich die junge Generation der Pulangiyen für ihren Wald – und damit für eine selbstbestimmte Zukunft. Während Abholzung den Menschen dort bis in die 1990er-Jahre ihre Lebensgrundlage nahm, erzählen junge Bäume heute eine andere Geschichte. Durch den Einsatz für ihren Lebensraum und ihre Gemeinschaft haben die Pulangiyen neue Zukunftsperspektiven in ihrer Heimat. Unterstützung erhalten sie durch das Hilfswerk jesuitenweltweit Schweiz.
In seiner Enzyklika Laudato Si‘ betonte Papst Franziskus die Weisheit der indigenen Völker für den Schutz der Schöpfung. Diese Weisheit verkörpert die Gemeinschaft der Pulangiyen, deren Lebensweise eng mit dem Wald, den Wasserquellen und ihrem angestammten Land verbunden ist. Sie leben in Bendum, einem kleinen Dorf im Hochland der philippinischen Insel Mindanao.
Bis in die 1990er-Jahre bedrohten Abholzung, Landverlust und wirtschaftlicher Druck ihren Lebensraum und ihre Existenzgrundlage. „Hier gab es kein Leben, nur trockenen, ausgelaugten Boden“, erinnert sich P. Pedro Walpole SJ. Der aus Irland stammende Jesuit lebt seit 34 Jahren in Bendum. Er weiß, vor welcher Situation die Pulangiyen standen, als 1992 die letzten Abholzungsfirmen ihr Dorf verließen. Denn mit dem Wald verschwand auch das Wasser.
„Der Wald schützt die Quellen, speichert Wasser und sorgt dafür, dass auch kommende Generationen Zugang zu dieser lebenswichtigen Ressource haben“, sagt Jason Menaling, Stammesführer der Pulangiyen. Deswegen beschlossen die Menschen, ihr Land zurückzugewinnen und den Wald wiederaufzuforsten.
Für ihren Wald: Junge Menschen übernehmen Verantwortung
Manuela Balett, Geschäftsführerin des Hilfswerks jesuitenweltweit Schweiz, hat für mehrere Wochen in Bendum mitgelebt. „In vielen Teilen der Philippinen verschwinden jedes Jahr Tausende Hektar Wald“, erklärt sie. „80 Prozent der ursprünglich bewaldeten Fläche des Inselstaates sind mittlerweile gerodet.“ Umso wichtiger ist der Einsatz der Pulangiyen für ihren Wald. „Es ist unsere Verantwortung als junge Führungsgeneration und als junge Eltern, das Bewusstsein dafür an die Kinder und Jugendlichen weiterzugeben“, sagt Jason Menaling. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der lokalen Organisation Nabantaw zu.
„In mehr als drei Jahrzehnten hat die Gemeinschaft über 15.000 Bäume gepflanzt“, sagt Manuela Balett. „Trotz schwieriger Bedingungen haben rund 70 Prozent der Setzlinge überlebt.“ Um die kontinuierliche Aufforstung der kahlen Flächen sicherzustellen, werden junge Försterteams geschult, weitere 6.000 Baumsetzlinge zu züchten und zu pflanzen. Zugleich können sie aus dieser Tätigkeit ein Einkommen erwirtschaften.
Zusammen gedacht: Landrechte, Gemeinschaft und Bildung
Der integrierte Ansatz von Nabantaw verbindet Umweltmanagement und Bildungsarbeit. So unterstützt die Initiative Frauen im Dorf bei einer Ausbildung in Betriebsmanagement und ökologischer Landwirtschaft, damit sie finanziell auf eigenen Beinen stehen können. Darüber hinaus kooperiert Nabantaw mit dem Bildungszentrum „Apu Palamguwan Cultural Education Center“, das den Menschen in Bendum und Umgebung Zugang zu hochwertiger Bildung ermöglicht. Mit einer Primar- und Sekundarschule, Angeboten aus den Bereichen Berufs- und Hochschulbildung sowie Alphabetisierungskursen deckt das Zentrum ein breites Spektrum ab. Unterstützung dafür kommt seit fast zehn Jahren von jesuitenweltweit Schweiz, damit die Pulangiyen ihren Lebensraum langfristig sichern können.
„Dank persönlicher Aufenthalte in Bendum weiß ich, dass wachsende Setzlinge im Schatten der Pionierbäume und das wilde Herumtollen der Kinder auf dem Basketballplatz den ebenso präsenten wie realen Herausforderungen und Konflikten die Stirn bieten können“, sagt Manuela Balett, Geschäftsführerin von jesuitenweltweit Schweiz. „Daraus schöpfe ich Hoffnung.“
Unterstützen Sie mit dem Hilfswerk jesuitenweltweit Schweiz das Engagement der Pulangiyen in Bengum für Wald, Wasser und Zukunft. Spenden ermöglichen:
Die Aufforstung zerstörter Waldflächen
Die Ausbildung von jungen Försterinnen und Förstern
Den Schutz der lebenswichtigen Wasserquellen
Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche
Ausbildungs- und Einkommensmöglichkeiten für Frauen
Schon der heilige Ignatius konnte in Rom nur deswegen Häuser für Wohnungslose, Prostituierte und Waisen errichten, weil er Mitarbeitende hatte und mit ihnen Organisationen und Netzwerke errichtete, um diesen Diensten Dauer und Bestand zu verleihen. Auch heute sind viele Hände notwendig, um auf die Nöte unserer komplizierten und zerbrechlichen Welt zu reagieren. Zusammenarbeit in der Sendung ist die Weise, wie wir Jesuiten dieser Situation entsprechen. "Die Zusammenarbeit mit anderen ist der einzige Weg, auf dem die Gesellschaft Jesu die Sendung erfüllen kann, die ihr anvertraut wurde. Diese Partnerschaft in der Sendung schließt jene mit ein, mit denen wir den christlichen Glauben teilen, jene, die anderen Religionen angehören, sowie Frauen und Männer guten Willens, die wie wir am Versöhnungswerk Christi mitarbeiten wollen." (36. Generalkongregation, Dekret 1)
Umwelt
Mit den Worten Laudato si‘, dem Sonnengesang des hl. Franz von Assisi entnommen, beginnt die gleichnamige Enzyklika von Papst Franziskus, mit der er an die gemeinsame Verantwortung aller Menschen für die Sorge um die Schöpfung erinnert. Wenn wir die Umwelt zerstören, dann zerstören wir auch die Beziehung mit dem Nächsten und damit unsere Beziehung zu Gott. Deshalb wollen Jesuiten „in der Sorge für das Gemeinsame Haus zusammenarbeiten“ mit allen, die „mit Sorge für alle“ auf unseren gemeinsamen Planeten blicken. Dabei geht es um den Aufbau alternativer Lebensmodelle, die auf dem Respekt vor der Schöpfung und einer nachhaltigen Entwicklung basieren, und um produzierte Güter, die, gerecht verteilt, für alle Menschen ein würdiges Leben auf unserem Planeten sicherstellen.
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