• Auf dem Weg in die Sakristei nach der Priesterweihe. Foto: Rald Adloff
  • Kardinal Arborelius predigte über die Rolle aller getauften Christen. Foto: Rald Adloff
  • Zur Allerheiligenlitanei liegt der Kandidat vor dem Altarraum. Foto: Rald Adloff
  • Unter dem Dach des Kleinen Michel hingen hunderte von Papiertauben. Foto: Rald Adloff
  • Beinahe 200 Gäste feierten mit Dag Heinrichwoski SJ seine Priesterweihe. Foto: Rald Adloff
  • Foto: Rald Adloff
1 / 6

Priesterweihe in Hamburg: "Von Jesus ergriffen und geprägt"

Hamburg – Dag Heinrichowski SJ ist am heutigen Samstag (23. Oktober) vom Stockholmer Kardinal Anders Arborelius ocd in Hamburg zum Priester geweiht worden. Die Priesterweihe des jungen Jesuiten feierten 192 Gäste unter dem Dach von Hunderten Papier-Tauben im Kleinen Michel. Doch nicht nur vor Ort wurde die besondere 2G-Messe gefeiert – via Livestream verfolgten weitere 200 Gläubige das Fest. (Der Stream ist hier abrufbar).

Sich auf das Leben einlassen

Nach den Klängen des Projektchores unter der Leitung von Norbert Hoppermann stellte Pater Bernhard Bürgler SJ, Provinzial der Jesuiten in Zentraleuropa, den Kandidaten der Gemeinde vor: Dag Heinrichowski SJ ist in Hamburg 1991 geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur und einem Freiwilligen Sozialen Jahr in einer Suppenküche unweit der Reeperbahn ist er ins Priesterseminar nach Frankfurt/Main gezogen. Für sein Theologiestudium zog es ihn weiter in den Norden, und er begann im Newman-Institut in Uppsala zu studieren. „Schweden war für Dag eine neue Kirchenerfahrung, die für die Frage nach dem eigenen Weg noch einmal wichtig war,“ sagte Bürgler. Die Konsequenz war der Eintritt in das Noviziat der Gesellschaft Jesu. Es folgten Stationen in der Jugendarbeit am Canisius-Kolleg in Berlin und der Abschluss des Theologiestudiums in Paris. Inzwischen ist er Geistlicher Leiter der KSJ-Hamburg. Der Provinzial erinnerte an Worte von Pedro Arrupe SJ, des früheren Ordensgenerals der Jesuiten, dass man Gott nicht dort suchen solle, wo man ihn erwarte. „Es gilt, sich auf das konkrete Leben einzulassen, ganz. Auf sich selbst, auf die Menschen, auf Situationen. Und darin diese göttliche Gegenwart entdecken. Das will und das tut Dag, als Jesuit und Priester. Und er möchte diese seine Entdeckungen mit anderen teilen.“

Glaubwürdige Priester

Die Verbindung zu Schweden zog sich wie ein roter Faden durch die Messe - mit dem Kardinal aus Schweden, einem Psalmengesang und schwedischen Dankesworten des Neupriesters. In seiner Predigt ging Kardinal Arborelius natürlich darauf ein. Bereits der Vorname habe Heinrichowski einen schwedischen Akzent gegeben: „Der Mystiker Dag Hammarskjöld wollte mitten in der Welt der Politik Gott dienen und seinen Frieden und seine Gerechtigkeit befördern. Das müsste auch eine Aufgabe aller Getauften sein, die mitten in der Welt leben.“ Arborelius, sitzend vor dem Altar, verwies in seiner Predigt immerfort auf die Rolle aller getauften Christen innerhalb von Gesellschaft und Kirche. Die Taufe sei für jedermann die Erklärung dafür, wie er:sie das Leben verstehen und leben müsse: „von Jesus ergriffen und geprägt“. In Christus müsse der Christ leben, atmen, sprechen und handeln. Dafür brauchten die Menschen eine Erinnerungsstütze, die helfe bei dieser Verbindung: „Das heilige Gottesvolk hat immer solche Jesusdiener nötig, um besser zu verstehen, dass sie alle berufen sind, um von Jesus geheiligt zu werden, also um mehr jesuitisch zu werden, Jesus mehr ähnlich zu werden.“ Zugleich mahnte Arborelius, dies gehe nur, wenn ein Priester auch glaubwürdig sei und eben jene Verbindung zu Jesus selber vorlebe: „Heutzutage ist nur jener Priester glaubwürdig, der selber ganz und gar von seiner Berufung und Hingabe geprägt ist und lebt, wie er lehrt. Wenn der Priester über Jesus und seine Botschaft spricht, muss deutlich werden, dass er selber von 'Christus ergriffen worden' (Phil 3) ist.“

Alles zur größeren Ehre Gottes

Zum Abschluss seiner Predigt dankte der Kardinal dem Weihekandidaten für seinen bisherigen Einsatz und verwies auf das zuvor gesungene ignatianische Lied Ad majorem Dei gloriamalles zur größeren Ehre Gottes: „Das hoffe und wünsche ich mir für dich.“ Nach dem Stockholmer Kardinal legten dem Neupriester auch rund 40 Jesuiten und Priester aus dem Erzbistum Hamburg die Hände auf. Zum Abschluss erteilte Pater Dag Heinrichowski SJ allen Mitfeierenden den Primizsegen. Unter imposanten Orgelklängen und Applaus ging die feierliche Messe zu Ende, und die anwesenden Priester nahmen den Neupriester im Spalier stehend bei der Sakristei in Empfang.

Die erste Heilige Messe, der Dag Heinrichowski SJ als neugeweihter Priester vorstehen wird, die Primiz, wird am Sonntag (24. Oktober) um 10 Uhr im Kleinen Michel gefeiert und eine Woche später am 31. Oktober um 10.30 Uhr in seiner Heimatgemeinde Sankt Joseph in Hamburg.

Newsletter