Am 27. September 2025 ist Mantas Mileris SJ in der St.-Franziskus-Xaver-Kirche in Kaunas, Litauen, von Erzbischof Kęstutis Kėvalas zum Priester geweiht worden. „Als Gott dich erschuf, träumte er davon, dich zu seinem Apostel zu berufen“, wandte sich der Erzbischof in Anwesenheit der versammelten Gemeinde herzlich an Mantas. Er erinnerte daran, dass der 27. September ein symbolisches Datum ist, da an diesem Tag im Jahr 1540 die Gesellschaft Jesu gegründet wurde und außerdem der heilige Vinzenz von Paul, der sich um die Armen kümmerte und ein Vorbild für Priester ist, gefeiert wird.
In einer bewegenden Liturgie, zelebriert von Jesuitenpatres und Priestern, wurde Mantas in das priesterliche Amt eingeführt. Als Ministranten dienten Priesterkandidaten und Mitglieder der Gemeinde. Ein besonderer Moment war die Bestätigung durch Provinzial P. Thomas Hollweck SJ auf Litauisch, dass Mantas würdig sei, das Priesteramt auszuüben.
„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt.“
Erzbischof Kėvalas sprach in seiner Predigt von der Berufung, Christus in der Welt zu verkörpern: „Der neue Priester entscheidet sich, Johannes dem Täufer zu folgen, der den Weg für Christus bereitet, wie Paulus zu sein, der das Evangelium mit Leidenschaft verkündet, Petrus zu folgen, der die Auferstehung bezeugt – und vor allem Jesus selbst widerzuspiegeln, der lehrt, heilt und die Menschen zum liebenden Vater führt.“ Der Dienst eines Priesters sei ein Geschenk der Liebe an den himmlischen Vater und seine geliebten Menschen: „Christus hat uns das Paradox des Glücks gezeigt – glücklich zu sein, indem man anderen hilft, glücklich zu werden.“
Er erinnerte auch an die persönliche Geschichte von Mantas, der nach dem Verlust seiner Eltern eine tiefe Gotteserfahrung machte. Diese Begegnung mit Gott im Schmerz gab seinem Leben neue Richtung und Sinn. Die Worte aus dem Johannesevangelium, die Mantas für seinen Weihungstag gewählt hatte, spiegeln diese Berufung wider: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt.“ (Joh 15,16)
Die Weihehandlung umfasste die Handauflegung, die Salbung der Hände mit Chrisamöl und die Übergabe der eucharistischen Gaben – Brot und Wein, gebracht von seinen Großeltern. Am Ende der Feier dankte Mantas Gott für seine Führung, dem Erzbischof für das Vertrauen und seinen Mitbrüdern, Großeltern und Weggefährten für die Unterstützung.
Als Zeichen der Sendung überreichte der Erzbischof ihm zwei symbolische Geschenke: ein Album über die litauische Gottesdienerin Adelė Dirsytė, die in sowjetischer Haft andere ermutigte, und einen Katechismus-Leitfaden – als Erinnerung an seine Mission.
Der Weg von Mantas Mileris SJ
Mantas Berufung begann mit einer ignatianischen Jugendwallfahrt im Sommer 2012. Die Erfahrung, ohne Geld und Proviant auf Gottes Fürsorge zu vertrauen, prägte ihn tief. „Gott in allem suchen und finden“ – dieses ignatianische Prinzip begleitet ihn seither.
2014 trat er in die Gesellschaft Jesu ein, nachdem er ein Jahr Religionspädagogik studiert hatte. Sein Noviziat absolvierte Mantas in Birmingham, England, gefolgt von einem Philosophiestudium in den USA. Danach unterrichtete er am Jesuitengymnasium in Vilnius und engagierte sich in der Universitätsseelsorge. Von 2021 bis 2024 studierte er Theologie in Toronto. Seit Herbst 2024 arbeitet er in der Seelsorge am Jesuitengymnasium in Kaunas. Am 7. Juni 2025 wurde er zum Diakon geweiht.