• Zeichnung von Pater Eusebio Kino von Frances O’Brien.
  • Reiterstatur von Eusebio Kino in Phoenix, Arizona.
  • Revolutionäre Karte Kaliforniens von 1702.
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Tiroler Jesuitenmissionar Eusebio Kino Glaubensvorbild

Rom - Der Vatikan hat dem Tiroler Missionar Eusebio Francisco Kino SJ (1645-1711) den sogenannten heroischen Tugendgrad zuerkannt. Der am Samstag bekanntgegebene Schritt ist eine wichtige Stufe für eine mögliche Seligsprechung des aus dem Trentino stammenden Jesuiten.

In Mexiko wird er seit langem als Heiliger verehrt, in Italien hat man ihm ein Museum gewidmet, in Washington steht seine Statue für die Geschichte des Bundesstaates Arizona im Kapitol, nur in Deutschland war er bis vor wenigen Jahren weitgehend unbekannt: Der 1645 im Südtiroler Segno als Eusebius Franz Kühn geborene Missionar war 1665 in den Orden eingetreten und nach seinen Studien in Ingolstadt 1687 in die Mission aufgebrochen. Im heutigen Nordmexiko, Arizona und Kalifornien gründete er zahlreiche Missionsstationen und engagierte sich für die Rechte der Indianer. Pater Kino forschte als erster Astronom in Arizona und arbeitete als königlicher Kartograph für die spanische Krone. Bei seinen Expeditionen in unbekanntes Gebiet entdeckte er, dass Niederkalifornien nicht wie angenommen eine Insel, sondern mit dem Festland verbunden war. Bekannt war der Tiroler nicht zuletzt für seine freundliche Haltung zu den nordamerikanischen Indigenen. Die Indios nannten ihn wegen seiner Kutte den "schwarzen Bauern". Bis heute ist er im Bewusstsein der Menschen präsent. So tragen viele öffentliche Straßen und Plätze und auch private Läden und Unternehmen seinen Namen.

Für den vor wenigen Jahren verstorbenen amerikanischen Historiker Charles Polzer SJ war „Kino kein Heiliger nach der Art eines frommen Mönches. Er war ein Mensch, der für eine bessere Welt kämpfte, der versuchte,den Menschen,denen er diente, eine Vision zu geben. Die Vision einer Zukunft, in der sie selbst einen Platz hatten.“

In Deutschland waren es die Jesuitenpatres Godehard Brüntrup SJ und Christof Wolf SJ, die sich mit Publikationen und einem Dokumentarfilm für die Wiederentdeckung ihres außergewöhnlichen Mitbruders engagierten.Der Tiroler Jesuit gilt nun offiziell als besonderes Glaubensvorbild. Für eine Seligsprechung ist zusätzlich die Anerkennung eines Wunders nötig, das auf seine Fürbitte hin von Gott gewirkt worden sein muss.

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