• P. Hock SJ im Rekreationsraum im Peter-Faber-Haus in Berlin.
  • Pater Husmann SJ (l.) und Pater Gundikar Hock SJ im Garten des Peter-Faber-Haus in Berlin.
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Umgang mit den Abergeistern im Alter

Die Lebenssituation im Alter ist unterschiedlich: Die einen werden in der Familie alt, andere in einem Altersheim, andere als Single. Zum Tag der älteren Generation veröffentlichen wir einen Artikel von P. Gundikar Hock. Er beschreibt, wie er die Lebenssituation des Älter-seins in der Altenkommunität von etwa 20 Jesuiten in Berlin-Kladow erlebt.

Alles vermag ich in dem, der mich stärkt

Einige fürchten sich davor, die gewohnte Umwelt zu verlassen und dorthin zu kommen, wo sie eigentlich gar nicht hinwollten. Andere können sich gut damit arrangieren. Wichtig ist, sein Dasein jetzt nicht nur negativ zu sehen, sondern noch als eine Sendung, die einer oder eine im Gehorsam annimmt: „Er [ein älterer Jesuit] soll vom Herrn lernen, dass ihm im Gegenteil ein neuer Weg eröffnet wird, seine apostolische Sendung als Jesuit zu verwirklichen. Das Alter vermindert in keiner Weise sein Priestertum noch wahre apostolische Vitalität. Auch wenn er jetzt vielleicht nur noch in der Lage ist, der Eucharistie beizuwohnen und privat darum zu beten, dass der Herr die Arbeit der Kirche und seiner Mitbrüder segnet, fährt er gerade darin fort, ein geschätzter Apostel und Arbeiter zu sein. Jetzt ist er vielleicht sogar am allermeisten aufgerufen, ein Leben des priesterlichen Gebets für andere zu leben, zusammen mit Christus, dem Hohenpriester, der uns vorangegangen ist als Urheber und Vollender des Glaubens (Hebr 12,2)“ 34. GK.

Wenn die Grundhaltungen des Menschen Glaube, Hoffnung und Liebe sind, dann wird der böse Geist versuchen, den Menschen aus diesen Haltungen mit Gewalt oder schleichend mit List und Tücke herauszureißen. Der Abergeist will Resignation, Überdruss, Zweifel, Unruhe oder Aggressivität in uns wecken.

Der Abergeist zeigt sich im inneren Einreden, in 1000 verschiedenen Weisen. Vielleicht haben wir uns schon so daran gewöhnt, dass wir es gar nicht mehr merken. Glaube, Hoffnung, Liebe, das klingt ja ganz schön, aber ich kann nicht glauben, dass es Gott mit mir noch gut meint. Ich kann nicht hoffen, dass es noch mal anders wird und wie soll ich lieben, wenn ich selbst nicht geliebt werde. So könnte der Abergeist sagen - da ist es dieses innere „Aber“, dieser Widerstand sich der Gnade Gottes zu öffnen und nicht allein auf sich zu schauen.

Gegen solche inneren Einreden müssen wir uns wehren, sie durchschauen, uns sagen: alles vermag ich in dem, der mich stärkt. Deswegen ist dieses Gebet wichtig: o Gott, komm mir zu Hilfe, Herr eile mir zu helfen! So bleibe ich nicht bei meiner gefühlten Ohnmacht stehen, sondern übergebe mich dem Herrn, und lerne mein Kreuz anzunehmen und zu tragen.

Die Abergeister wollen uns hindern, in Gott unsere Erfüllung zu suchen, sie bieten Ersatzlösungen durch Gewohnheiten und Süchte an, die sich durch ihre Maßlosigkeit zeigen. Solche Süchte können sein: Trunksucht, Spielsucht, Esssucht, sich im Internet verlieren, stundenlang am Fernseher zu sitzen, mit dem Handy dauernd beschäftigt zu sein oder in Aggressivität und Kritiksucht. Alt werden ist die Herausforderung noch einmal zu wachsen im Loslassen vieler Dinge. 

Was kann im Umgang mit den Dämonen helfen? Auch Jesus ist versucht worden: Er erkennt die Dämonen und widersteht ihnen mit Worten aus der hl. Schrift und in der Kraft des Gebetes. Sein Fasten lädt uns ein, zu verzichten und auch Schmerzen zu ertragen. Es ist es auch hilfreich, sich stärken oder ausrichten zu lassen durch ein Gespräch oder den geistlichen Begleiter. Es gibt auch die Hilfen füreinander: ein erblindeter Pater ließ sich regelmäßig von einem Mitbruder etwas vorlesen. Ein anderer ließ sich fast täglich im Rollstuhl in den Garten fahren und genoss den Blick auf die Havel. Andere vollbringen noch kleinere Dienste im Haus oder Garten. Für manche ist der Kontakt mit Angehörigen durch Telefonate oder auch Besuche wichtig.

 

Gundikar Hock SJ

Partner

SJ-Generalskurie
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