• P. Eugenijus Puzynia SJ, Valentin Kliukovski SJ, P. Claus Puff SJ, Marcelo Glower SJ und P. Thomas Hollweck SJ
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Zwei Jahre der Unterscheidung und ein klares Ja

Sich prüfen und prüfen lassen: Darauf haben sich Marcelo Glower und Valentin Kliukovski im Noviziat eingelassen. Ist der Jesuitenorden mein Weg? Ist das die Weise eines erfüllten Lebens, zu der mich Gott ruft? Zwei Jahre lang gingen sie diesen Fragen auf den Grund – und beantworteten sie beide mit „Ja“. Das brachten sie am 13. September zum Ausdruck, als sie in der Hauskapelle des Jesuitenkollegs in Innsbruck ihre Ersten Gelübde ablegten.

„Ich bin froh, dass viel Zeit im Noviziat dieser Lebensentscheidung gewidmet war“, sagt Valentin Kliukovski. Er stammt aus Vilnius und zog für die vergangenen zwei Jahre nach Innsbruck, wo sich das Noviziat der Zentraleuropäischen Jesuitenprovinz befindet. Seine nächste Station ist nun Paris, wo er ein Philosophiestudium beginnen wird – ein fester Bestandteil auf dem Weg zur Priesterweihe. „Obwohl ich nicht viel davon weiß, was auf mich wartet, kann ich den Weg zuversichtlich weiter gehen im Vertrauen auf Gott.“

Da Marcelo Glower bereits vor seinem Eintritt in den Jesuitenorden Philosophie studiert hat, geht es für ihn nach den Ersten Gelübden in das Kolleg St. Blasien im Schwarzwald. Dort wird er vor allem im Internat, aber auch in der Kollegsseelsorge mitarbeiten. „Ich hatte im Noviziat Raum und Zeit, damit dem Reich Gottes der erste Platz in meinem Leben zukommt“, sagt Marcelo Glower, der aus El Salvador stammt. „Ich bin für das Noviziat sehr dankbar, weil die Ausrichtung auf das Reich Gottes im Leben ein allmählicher Prozess ist.“

Zeit für persönliche und spirituelle Entwicklung

Diesen Prozess gingen die Novizen aber nicht alleine. Besonders P. Claus Pfuff SJ begleitete die beiden in den vergangenen zwei Jahren intensiv. Als Novizenmeister im Jesuitenorden trug er nicht nur die Verantwortung für ihre Ausbildung, sondern führte sie auch auf ihrem geistigen Weg tiefer in die ignatianische Spiritualität hinein. „Im Noviziat darf man das Leben als Jesuit kennenlernen und sich selber ausprobieren: als Person in seiner Einzigartigkeit, auf der Suche nach einem geistlichen Leben, in Gemeinschaft mit anderen, durch die Herausforderung von Zeiten tiefer Stille und Zeiten intensiver Einsätze bei Experimenten“, erklärt Pater Pfuff.

Mit „Experimenten“ meint der Novizenmeister, was landläufig als „Praktikum“ bezeichnet wird: Erfahrungen in unterschiedlichen Einsätzen und Orten. Für Novizen sind diese Experimente aber mehr als nur Einblicke in bestimmte Arbeitsfelder innerhalb und außerhalb des Ordens. Denn diese Zeiten helfen ihnen, sich über die eigene Berufung im Klaren zu werden: Wie fühlt sich das Leben als Jesuit für mich an? Passt das Gemeinschaftsleben in einer Kommunität zu mir? Und wie gestalte ich mein Gebetsleben?

Im Laufe der zwei Jahre im Noviziat gibt es fünf Experimente, vom Armutsexperiment über die Großen Exerzitien bis hin zu einem Pastoralexperiment. Diese Zeiten führen die Novizen an ihre Grenzen und darüber hinaus und sind nicht selten prägend für ihr ganzes Leben als Jesuit.

Mit Kopf, Herz und Hand in den Orden hineinwachsen

Darüber hinaus lassen sich die Novizen auf die 30-tägigen Exerzitien nach Ignatius von Loyola ein – eine besondere Form des Experiments. Diese intensive Zeit für Gott und sich selbst hilft, sich enger mit Christus zu verbinden, auf Gottes Stimme im Gebet zu hören und der eigenen Berufung im täglichen Gespräch mit dem Novizenmeister nachzugehen. Dazu gehört es auch, sich mit den Evangelischen Räten Armut, Keuschheit und Gehorsam auseinanderzusetzen, die die Novizen bei ihren Ersten Gelübden versprechen. „Die Evangelischen Räte bilden in meinem Leben die Freiheit für die suchende Hingabe nach dem Reich Gottes – vor allem weil diese Suche in Gemeinschaft verwirklicht wird.“

Die Gemeinschaft im Orden spielt eine entscheidende Rolle in der jesuitischen Ausbildung. Denn Jesuitwerden geht nicht ohne die Begleitung durch Mitbrüder und andere Weggefährten. Das zeigten die vielen Jesuiten, Freunde und Familienmitglieder, die bei der Gelübdefeier in Innsbruck Marcelo Glower und Valentin Kliukovski zur Seite standen. Mit den Ersten Gelübden haben sie die erste Etappe auf dem Weg in den Jesuitenorden beendet – und stehen vor dem Beginn einer intensiven Ausbildungszeit, in der es darum geht, mit Kopf, Herz und Hand weiter in den Orden und seine Sendung hineinzuwachsen.

Mehr Informationen zum Noviziat finden Sie im → Glossar

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