Priesterweihe 2021

Unser Mitbruder Dag Heinrichowski SJ wird im Oktober zum Priester geweiht. Am Samstag, den 23. Oktober 2021, wird Kardinal Anders Arborelius OCD aus Stockholm im Kleinen Michel in Hamburg ihm das Sakrament der Priesterweihe spenden. Seine Diakonenweihe hat er bereits am 1. Mai in Paris empfangen.

Hier auf dieser Seite finden Sie alle Informationen über den Weihekandidaten, sein Spendenprojekt, Termine der Weihe und Primizfeiern, Anmeldungen und Fotos. Seien Sie herzlich eingalden, mit uns vor Ort, über Livestream und im Gebet mitzufeiern!

Dag Heinrichowski SJ

Nach dem theologischen Aufbaustudium in Paris, lebt Dag Heinrichowski SJ seit Sommer 2021 in seiner Heimatstadt Hamburg. Dort arbeitet der 30-jährige Jesuit in der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ).

Termine

Um die Planung zu erleichtern, bitten wir vorab um eine Anmeldung für die Gottesdienste. Die Gottesdienste unterliegen höchstwahrscheinlich den 2G-Regeln.
Außerdem werden wir die Weihe live auf unserem YouTube Kanal übertragen. Den Link finden Sie am Tag der Weihe hier.

Priesterweihe

Samstag ·23. Oktober · 15.00 Uhr
Kleiner Michel · Michaelisstraße 5 · 20459 Hamburg

Bitte melden Sie sich hier vorab an. Je nach Entwicklung der Pandemie-Lage werden die Plätze im Oktober vergeben.

Primizfeiern

Jesuitenkirche
Sonntag · 24. Oktober 2021 · 10.00 Uhr
Kleiner Michel · Michaelisstraße 5 · 20459 Hamburg

Die Plätze im Kleinen Michel sind begrenzt, aber eine Anmeldung vorab ist nicht erforderlich.

Heimatgemeinde
Sonntag · 31. Oktober 2021 · 10.30 Uhr
Sankt Joseph · Witthöfftstraße 1 · 22041 Hamburg

Bitte melden Sie sich zur Primizfeier in St. Joseph (2G) hier an.

Dag Heinrichowski SJ: Ein Gott, der überrascht

Am Beginn meiner Entscheidung für ein Leben als Jesuit, steht für mich die biblische Szene, in der Johannes sich weigert, Jesus zu taufen. Seine Erwartung und Vorstellung, dass Jesus ihn taufen müsse, wird durchkreuzt. Es ist Jesus, der getauft werden will, auch wenn das für Johannes jenseits der Vorstellungskraft liegt. Bis heute klingen die entwaffnenden Worte Jesu nach: „Lass es einfach zu!“ (Mt 3, 15).

Nach dem Abitur und einem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Alimaus, einer Suppenküche unweit der berühmten Hamburger Reeperbahn, bin ich ins Priesterseminar nach Frankfurt/Main gezogen. Der fixen Idee, Priester könnte was für dich sein, wollte ich so eine Chance geben. Vier Jahre später, begegnet mir in Exerzitien dann dieser Jesus mit seinem „Lass es zu!“ – plötzlich wird mir klar, dass der Weg mit Gott nie ganz klar ist. Gott ist ein Gott der Überraschungen und er schenkt mir die Freiheit, mich auf seine Überraschungen einzulassen. Auch gegen meine Erwartungen und Vorstellungen, auch wenn es manchmal unbequem ist.

Acht Jahre später, nach Noviziat, einem Einsatz in der außerschulischen Jugendarbeit am Canisius-Kolleg in Berlin und einem theologischen Ausbaustudium am Centre Sèvres in Paris, stehe ich nun vor der Priesterweihe. Jesus und sein „Lass es zu!“ haben mich nicht losgelassen.

Pedro Arrupe SJ (1907-1991), 28. Generaloberer der Gesellschaft Jesu, sagt in einem Interview: „Oft beginnen wir den Herrn dort zu suchen, wo wir ihn gerne hätten, und nicht dort, wo er auf uns wartet.“ Darin steckt eine wichtige Dimension für mein Leben als Jesuit und als Priester: Diese Gegenwart in der Welt zu entdecken und diese Entdeckungen mit anderen Menschen zu teilen, gemeinsam den Blick dafür zu schärfen. In Begegnungen, in der Feier der Sakramente, in den eucharistischen Momenten und Ereignissen des Lebens, auch an Grenzen, dort wo die Kirche und das Evangelium nicht verwurzelt sind. „Das konkrete reale Leben ist der einzige Ort, wo wir Gott begegnen können, und deshalb ist es göttlich einzigartig, jung, frisch und reich, hoffnungsvoll und liebenswert“, schreibt der flämische Jesuit und Arbeiterpriester, Ägid van Broeckhoven SJ, am 26.4.1963 in sein Tagebuch.

„Lass es zu!“ als Vorzeichen bedeutet, mich auf dieses konkrete Leben einzulassen. Auf diesen Gott und seine Kirche, auf die Menschen und auf mich selbst.

„Lass es zu!“ – ein Wort, das mich in Freiheit und Weite führt, zum Gott, der immer größer ist und voller Überraschungen steckt. Diesem Gott, der mich herausfordert und herauslockt, will ich mich anvertrauen.

Du,
den ich nicht kenne,
dem ich doch zugehöre.
Du,
den ich nicht verstehe,
der dennoch mich weihte
meinem Geschick.
Du –
(Dag Hammarskjöld, 19. Juli 1961)

Spendenprojekt

Während des Noviziats habe ich ein Semester lang beim Jesuitenflüchtlingsdienst (JRS) in München mitgearbeitet. Vor allem die wöchentlichen Besuche mit Br. Dieter Müller SJ in der Abschiebungshaft haben mich geprägt und mir die politische Dimension dieser menschlichen Not gezeigt. Während meiner Zeit in Berlin, wo der JRS seinen Hauptsitz hat, habe ich versucht, eine Brücke zwischen der außerschulischen Jugendverbandsarbeit (ISG – Ignatianische Schüler:innengemeinschaft am Canisius-Kolleg und den Schüler:innen am entstehenden Arrupe-Zweig zu schlagen.

Anlässlich meiner Priesterweihe freue ich mich, wenn der JRS in seiner wichtigen Arbeit an den Brennpunkten menschlicher Not, politisch-wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Konflikte Unterstützung bekommt – aus Leidenschaft für Gott und die Menschen.

Angesichts der Not vietnamesischer Bootsflüchtlinge, gründete der damalige Generalobere der Gesellschaft Jesu, P. Pedro Arrupe SJ, im November 1980 den Jesuit Refugee Service (JRS – Jesuiten-Flüchtlingsdienst). Seit über vierzig Jahren und in über fünf Ländern sind Jesuiten, gemeinsam mit vielen anderen Mitstreiter:innen, für Menschen da, die aus unterschiedlichsten Gründen ihre Heimat hinter sich lassen müssen und ins Ungewisse aufbrechen.

 

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