St. Johannes Ogilvie - Graz

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Nach einer längeren Unterbrechung gibt es seit 2007 wieder eine kleine Jesuitenkommunität in Graz. Momentan besteht sie aus fünf Jesuiten. Vier von ihnen arbeiten als Spiritual im Priesterseminar, als Seelsorger im Gefängnis und Krankenhaus sowie in der Studierendenseelsorge. Frater Paschek lebt im Annaheim der Kreuzschwestern.


Die Geschichte der Jesuiten in Graz


Als Erzherzog Karl, der Sohn von Kaiser Ferdinand I., seit 1564 Landesfürst in Innerösterreich (Steiermark, Kärnten, Krain und Istrien), die Regierung antrat, waren die Steiermark sowie die Hauptstadt Graz zum Großteil protestantisch – von circa 12.000 Grazern waren nur mehr etwa 200 katholisch. Daher holte er zunächst im März 1570 P. Stephan Rimel für Fastenpredigten nach Graz. Die erste Niederlassung wurde am 3. Oktober 1573 auf seine Initiative hin gegründet. In diesem Kolleg wurde zunächst eine Schule eröffnet, im Jahr 1585 erfolgte die Erweiterung zur Universität. (Der heutige Dom war damals die Jesuitenkirche, das Bischöfliche Priesterseminar ist im Gebäude des Kollegs untergebracht.) Gründungen späterer Jahre waren das Ferdinandeum für arme Studenten, ein Adelskonvikt und ab 1747 ein Konvikt für arme Schüler, das Josephinum.


In der Auseinandersetzung zwischen Reformation und Gegenreformation war um die Wende des 16. Jahrhunderts die katholische Partei in der Steiermark so stark geworden, dass Kaiser Ferdinand 1598 die protestantische Schule in Graz aufhob, um 1680 war Graz völlig katholisch. Die Arbeit der Grazer Jesuiten beschränkte sich aber nicht auf den Unterricht in der Schule und an der Universität. Bis zur Aufhebung wirkten sie auch durch Predigten, das Beichthören, das Geben von Exerzitien, die Leitung von Marianischen Kongregationen und durch Volksmissionen.


Nach der Wiedererrichtung 1814


1829 wurde das Noviziat der Galizisch-Österreichischen Provinz nach Graz verlegt. Es übersiedelte 1832 in das damals verlassene Dominikanerkloster. Kurz nach der Neugründung der Österreichischen Provinz 1846 kam es im Zuge der Revolution von 1848 im März zur Vertreibung der Jesuiten aus Graz und im Mai zur Verbannung aus Österreich. Erst 1852 wurde der Orden offiziell wieder in Österreich zugelassen, nach Graz kehrten die Jesuiten aber erst im Jahre 1886 zurück.  Ihre Haupttätigkeit blieb viele Jahre hindurch die Leitung von verschiedenen Kongregationen.


1929 ging die Stiegenkirche in das Eigentum des Ordens über. Die Seelsorgstätigkeit an dieser Kirche bildete den zweiten Schwerpunkt der Tätigkeit der Patres. Dazu kamen weiters viele Volksmissionen, Einkehrtage, Fastenpredigten und Exerzitien. Zusätzliche Arbeit ergab sich in der Kriegszeit zwischen 1914 und 1918 durch die seelsorgliche Betreuung der Verwundeten. 1939 begann der Kampf gegen die Kirche, es kam zu Beschlagnahmung einzelner Räume bis hin zur endgültigen Enteignung von Haus und Kirche. Die Jesuiten wurden in sogenannte Schutzhaft genommen und schließlich ausgewiesen. Kirche und Haus wurden im März 1945 durch eine Bombe schwer beschädigt.


Nach Beendigung des Krieges kamen die Jesuiten zurück nach Graz und nahmen den Wiederaufbau der Kirche in Angriff, die am 31. Juli 1948 wieder feierlich eröffnet werden konnte. Neben der Betreuung der Kirche wurden wie zuvor vor allem Exerzitien gegeben, Volksmissionen und religiöse Vorträge gehalten. 1957 musste die Residenz schließlich aus Personalmangel aufgelöst werden. In den Jahren danach war der Orden bis ins Jahr 2000 durch einzelne Mitbrüder vertreten, die als Beichtväter im Dom, als Spiritual am Priesterseminar oder in der Katholischen Hochschulgemeinde tätig waren.

 

Gesichter und Lebenszeugnisse:

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