Es gibt Benediktinerinnen, Franziskanerinnen, Dominikanerinnen – aber keine Jesuitinnen. Warum hat der Jesuitenorden keinen Frauenzweig? Ein Blick in die Geschichte gibt Aufschluss.
Jesuiten sind ganz auf die Seelsorge hin ausgerichtet, was zur Gründung des Ordens im 16. Jahrhundert nur für Priester, also nur für Männer, denkbar war. Frauenorden konnte man sich damals nur streng klausuriert, also in klösterlicher Abgeschiedenheit, vorstellen – und genau so lebten in jener Zeit die „Frauenzweige“ anderer Orden. „Tätige“, also sozial oder seelsorgerlich aktive Frauenorden, gab es erst seit dem 17. Jahrhundert. Ignatius scheute außerdem die seelsorgerliche Verpflichtung, die damals andere Männerorden in ihren jeweiligen klausurierten Frauenzweige zu erfüllen hatten.
Deswegen wurden die Frauenorden, die sich an ignatianischen Idealen orientieren, nicht als Frauenzweige des Jesuitenordens gegründet. Stattdessen sind sie rechtlich selbstständig, arbeiten aber vielfach partnerschaftlich mit Jesuiten zusammen.
Die größten ignatianischen Frauengemeinschaften sind: