Forschungsprojekte

Katrin Sterba: Vom Sichtbaren zum Unsichtbaren

Studien zur Visualisierung katholischer Dogmen in der Jesuitenkirche und der Fronleichnamskapelle der Stadt Olmütz in der heutigen Tschechischen Republik

Dissertation an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (2019)

Im Zuge der Rekatholisierung rief das habsburgische Herrscherhaus im 16. Jahrhundert die ersten Mitglieder des Jesuitenordens nach Böhmen und Mähren. In Olmütz gründeten die Jesuiten ein Konvikt, das im 18. Jahrhundert eine neue Kirche und eine Fronleichnamskapelle erhielt. Anhand der Ausstattung dieser beiden Bauten wird in der Arbeit aufgezeigt, wie die Societas Jesu die auf dem Konzil von Trient bestätigten katholischen Dogmen den Gläubigen in der Ordensprovinz Böhmen vermittelte. Dabei steht besonders die Verehrung der Bilder, der Eucharistie, der Gottesmutter Maria und der Heiligen im Zentrum der Untersuchung. Denn diese galt es nicht nur gegenüber den Protestanten zu verteidigen, sondern auch den Gläubigen mithilfe der künstlerischen Ausstattung der Sakralräume zu veranschaulichen. Die Arbeit zeigt, dass sich die Societas Jesu dabei unterschiedlicher Mittel bediente, wobei sie einerseits auf bereits etablierte und bewährte Strategien zurückgriff, andererseits auch auf lokale Bedürfnisse einging. Dabei gelang es ihr, lokale Legenden sowie zeitgenössische Ereignisse mit theologischen Dogmen zu verknüpfen, um diese den Gläubigen zu veranschaulichen, zugleich aber auch um sie durch diese Verknüpfung zu aktualisieren. Die vorliegende Untersuchung geht deshalb nicht nur auf die Ausstattung der Olmützer Bauten ein, sondern ordnet sie auch in den Kontext ihrer Entstehungsgeschichte ein und erläutert darüber hinaus die Besonderheit posttridentinischer Sakralräume, ohne die ein neuzeitlicher Bau der Barockzeit und seine liturgische Funktion nur schwer verstanden werden kann.

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