Sonstige Neuerscheinungen

Im Wallis neu gestartet

Der Jesuitenorden wurde 1814 von Papst Pius VII. wiederhergestellt, 41 Jahre nach der Aufhebung von Clemens XIV. Das Ereignis warf keine hohen Wellen, prägte aber langfristig die Kirche tief. Im Sammelband Die Wiederherstellung der Gesellschaft Jesu zeichnet eine vielfältige Autorenschaft nach, wie verschiedene Nationen Europas zu Beginn des 19. Jahrhunderts Jesuiten neue Niederlassungen ermöglichten. Besondere Berücksichtigung findet die Situation im Wallis: Bereits 1805 etablierte sich eine kleine Gemeinschaft von Professoren, die Jesuiten sein wollten - Keimzelle des wiederentstehenden Ordens nördlich der Alpen. "Die Forschung steht vor dem Problem, dass dieser Neubeginn nie Gegenstand einer kollektiven Erinnerungskultur der Jesuiten wurde", so Herausgeber Paul Oberholzer SJ, Historiker, Lehrbeauftragter an der Gregoriana in Rom und Archivar der Jesuitenbiliothek in Zürich. Der Sammelband mit Beiträgen von zwei Tagungen 2014 motiviert zu vertiefenden Einsichten zum Jesuitenorden und zur Geschichte der europäischen Nationalstaaten.

Paul Oberholzer (Hg.)
Die Wiederherstellung der Gesellschaft Jesu
Vorbereitung, Durchführung und Auswirkungen.
Unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse im Wallis
Studia Oecumenica Friburgensia, Band 88
2019, XIV und 678 Seiten, geb. 76.- EUR
ISBN 978-3-402-12225-9

 

 

Heiliges Experiment oder christliche Alternative?

Die Jesuitenmissionen in Spanisch-Amerika wurden von Anfang an kritisch hinterfragt, bewundernd unterstützt oder entschieden abgelehnt. Ob die Missionsdörfer ("Reduktionen") ein "heiliges Experiment" waren, ob sie eine "christliche Alternative zu Kolonialismus und Marxismus" darstellen, ob sie interkulturell und interreligiös oder paternalistisch, wirtschaftlich und politisch weitgehend unabhängig oder eingebunden in koloniale Strukturen funktionierten - das alles sind Inhalte kontroverser Forschungsdebatten. Die Grundlage des Tagungsbandes bilden neuere kulturwissenschaftliche Forschungsansätze, welche Aspekte wie Netzwerkanalysen, Wissenstransfer, Wandel des Inkulturationsbegriffes, Prägung des Nationalbewusstseins oder Ausbildung von indigenen, eigenständigen Elementen im Fokus haben. 250 Jahre nach der Aufhebung der Jesuitenmissionen in Spanisch-Amerika werden hier über historische Zeiten und Debatten sowie geographische und kulturelle Räume hinweg neue Perspektiven auf ein komplexes Thema eröffnet.

Nikolaus Klein / Paul Oberholzer / Esther Schmid Heer (Hrsg.)
Transfer, Begegnung, Skandalon?
Neue Perspektiven auf die Jesuitenmissionen in Spanisch-Amerika

2019. 434 Seiten, 47 Abbildungen, 12 Tabellen, 4 Grafiken, 4 Karten. Gebunden.
sFr. 76.- / € (D) 76.-
ISBN 978-3-7965-3818-6

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