Inspirierende Jesuiten

Der Papst und die Gesellschaft Jesu

Seit fünf Jahren ist ein Jesuit Bischof von Rom: Mit Jorge Mario Bergoglio wurde am 13. März 2013 der erste Amerikaner und der erste Nicht-Europäer seit 741 Jahren auf den Stuhl Petri gewählt. Als Ordensmann wählte der Papst "vom anderen Ende der Welt" erstmals in der Geschichte den Namen Franziskus. "Papst Franziskus fühlt sich zutiefst als Jesuit und hat dies bei mehreren Gelegenheiten in diesen Tagen gezeigt", erklärte der Generalobere zur Papstwahl und versprach, dass alle Jesuiten mit ihm und für ihn beten. "Als Freunde im Herrn, wollen wir ihn begleiten und uns ihm zur Verfügung stellen."

Berufung

Entscheiden ist eine Kunst, in der man sich üben kann. Die Zukunftswerkstatt SJ möchte Dir dabei helfen, gute Entscheidungen zu treffen.

Zur Zeit gibt es 51 heilige und 148 selige Jesuiten. Zu den bekanntesten gehören:
Ignatius von Loyola: Gründer des Ordens

Ignatius von Loyola und seine Geistlichen Übungen stehen am Anfang unserer Ordensgemeinschaft. Die Exerzitien hatte Ignatius in langen Jahren persönlichen Suchens und Ringens entdeckt und entwickelt.

José de Anchieta: Apostel Brasiliens

José de Anchieta gilt als einer der größten Männer Brasiliens der Kolonialzeit. So wird er als Indianerapostel, Nationalheiliger und erster Vertreter der brasilianischen Kulturgeschichte und Literatur gefeiert.

Robert Bellarmin: Der Vorkämpfer

Robert Bellarmin war der führende Kopf der Gegenreformation. Vor allem mit seinem "Kleinen Katechismus" prägte er den katholischen Standpunkt in der Lehre über mehrere Jahrhunderte hinweg.

Johannes Berchmans: Patron der Studenten

Johannes Berchmans (1599 - 1621) stammt aus Flandern und ist schon früh, mit 22 Jahren, während seines Studiums in Rom gestorben. Er zeichnete sich aus als außerordentlich hervorragender Student.

Franz Borgia: Herzog und Jesuit

Franz Borgia , der Herzog von Gandía, trat nach dem Tod seiner Ehefrau in den Orden ein. Er wurde Provinzial von Spanien, der dritte Generalobere des jungen Ordens und war Türöffner für die Mission in Lateinamerika.

Petrus Canisius: Deutscher Apostel

Petrus Canisius war der erste Deutsche, der in den Orden eintrat. Als erster Provinzial der neu errichteten süddeutschen Provinz war er Ratgeber des Kaisers und Vertrauensmann des Papstes in Deutschland.

Petrus Claver: Patron der Menschenrechte

Peter Claver wollte bereits mit 13 Jahren Priester werden. Im Orden wurde er auf eigenem Wunsch spanischer Missionar in Kolumbien. Wegen seines Einsatzes für Sklaven gilt er als "Patron der Menschenrechte".

Claude de la Colombière: Apostel des Herzens Jesu

Der Jesuit Claude de la Colombière, 1641 geboren in Südfrankreich, ist Mitbegründer der Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu. Er setzte sich für die Einführung eines Herz-Jesu-Festes ein.

Peter Faber: Reformer der Kirche

Peter Faber (1506 - 1546) war zwar einer ersten Gefährten und Gründer des Jesuitenordens, aber lange unbekannt. Papst Franziskus sieht in ihm ein Vorbild und Anreger für die von ihm gewünschten Kirchenreformen.

Aloisius von Gonzaga: Der Aussteiger

Aloisius von Gonzaga war der Erbprinz eines italienischen Adelshausese. Gegen den Willen der Familie trat er in den Jesuitenorden ein und betreute während seines Studiums in Rom Pestkranke, wo er mit nur 23 Jahren starb.

Alberto Hurtado: Anwalt der Armen

Der chilenische Jesuit Alberto Hurtado (1901 - 1952) wurde 2005 heiliggesprochen. Er war Sozialwissenschaftler und holte gleichzeitig Hunderte von obdachlosen Kindern von der Straße.

Rupert Mayer: Apostel Münchens

Rupert Mayer galt in den 20er Jahren als "die Stimme der Katholiken" in München. Er warnte vor den Nazis, wurde verhaftet und kam ins Konzentrationslager. Wegen seines sozialen Engagements wird er in München als "15. Nothelfer" bezeichnet.

Paul Miki: Märtyrer in Japan

Der japanische Jesuit Paul Miki entdeckte die "japanischen Züge" Jesu. So konnte sich das Christentum in Japan ausbreiten. Zusammen mit 25 Gefährten - den Märtyrern von Nagasaki - wurde er gekreuzigt.

Joseph Pignatelli: Der Wiederhersteller

Der Spanier Joseph Pignatelli gilt als "Wiederhersteller" des Ordens. Nach der Aufhebung des Ordens hielt er die Mitbrüder in Italien im Verborgenen zusammen, starb aber kurz vor der Wiederrichtung.

Miguel Pro: Märtyrer in Mexiko

Der Miguel Agustin Pro war während der mexikanischen Revolution im Untergrund tätig. 1927 wurde er nach einem Attentat auf den General Obregón hingerichtet, obwohl er daran nicht beteiligt war.

Stanislaus Kostka: Jugendpatron

Der junge Stanislaus Kostka musste von Zuhause aus fliehen, um in den Orden einzutreten. Er starb schon während des Noviziats und beeindruckte durch seine Entschlossenheit und seine Frömmigkeit.

Alfons Rodríguez: Pförtner des Gebets

Alfons Rodríguez ist ein Heiliger, der ein normales Alltagsleben führte und eher im Verborgenen zu kämpfen hatte - gegen das eigene Versagen, Verlustängste, gegen Versuchungen und Krankheiten.

Franz Xaver: Der erste Jesuitenmissionar

Franz Xaver war einer der ersten Jesuiten und wurde der Patron der Missionen. Jahrhundertelang war er ein Symbol für die Faszination, die die fremden Kulturen auf die Christen in Europa hatten.

Hier finden Sie einige wenige Biographien von mehr oder weniger bekannten Jesuiten, natürlich gäbe es viele interessante Lebensgeschichten zu erzählen.
Claudius Aquaviva

Als Generaloberer leitete Aquaviva die Gesellschaft Jesu in turbulenter Zeit. In seiner Amtszeit wuchs der Jesuitenorden rasant, von 5.000 auf über 13.000 Ordensmitgliedern bei seinem Tod.

Pedro Arrupe

Als "Explosion in der Kirche" wurde Pedro Arrupe bezeichnet, denn er hat als Generaloberer von 1965 bis 1983 den Jesuitenorden im 20. Jahrhundert am meisten geprägt und im Geist des II. Vatikanischen Konzils erneuert.

Kardinal Augustin Bea

Augustin Bea SJ war ein deutscher Jesuit, der durch seine tiefe Reflexion der Schrift zum Pionier der ökumenischen Bewegung in der Katholischen Kirche und des Dialogs mit den Juden wurde.

Kardinal Karl J. Becker

Der deutsche Jesuit Karl Josef Becker SJ war lange Jahre Professor für Dogmatik an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und Berater der Kongregation für die Glaubenslehre.

Christoph Clavius

Christoph Clavius war ein angesehener Astronom. Er wurde „Euklid des 16. Jahrhunderts” genannt, weil er einen Kommentar über der "Elementa"des Mathematikers Euklid verfasste.

Alfred Delp

Der Jesuitenpater Alfred Delp gehört zu den wichtigsten Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus in Deutschland, die ihr Handeln aus dem Glauben abgeleitet haben.

Wilhelm Eberschweiler

Als "Apostel des inneren Lebens" wird Wilhelm Eberschweiler (1837-1921) bezeichnet. Der liebenswürdige, schlichte, bescheidene und "normale" Pater ist bis heute vielen Menschen zum Vorbild geworden.

Kardinal Alois Grillmeier

Grillmeier erforschte die Geschichte der frühen Christologie und hinterließ mit dem Werk „Jesus der Christus im Glauben der Kirche“ eine Dogmenhistorie, wie sie bis dahin noch nicht existiert hatte.

Philipp Jeningen

"Der Gute Pater Philipp", wird der Eichstätter Philipp Jeningen im Volksmund genannt. Bis heute kommen viele mit ihren Sorgen, Nöten und Ängsten an das Grab des Seelsorgers in Ellwangen.

Athanasius Kircher

Athanasius Kircher war ein Universalgelehrte, der sich mit Forschungen auf den Gebieten der Ägyptologie, Geologie, des Magnetismus, der Optik, Alchemie, Orientalistik, Medizin und Musik beschäftigte.

Kardinal Adam Kozłowiecki

Die Zeit im KZ hat Kozłowiecki zu einem Missionar gegen den Hass werden lassen: Er wurde ein Verteidiger der Menschenrechte in Afrika und setzte sich für die Unabhängigkeit Sambias ein.

Johannes Leppich

"Wanderprediger" war Leppich in Stadien, auf der Reeperbahn und anderen öffentlichen Plätzen. In Zeitungen wurde er aufgrund seiner Sprache und seiner Kritik als "Maschinengewehr Gottes" angekündigt.

Jerónimo Nadal

Jerónimo Nadal war engster Mitarbeiter des Ordensgründers Ignatius von Loyola beim Aufbau der Gesellschaft. Er machte die Gefährten mit den Satzungen und dem Geist des Ordens vertraut.

Karl Rahner

Karl Rahner ist einer der bedeutendsten katholischen Theologen des 20. Jahrhunderts. Im Umfeld des II. Vatikanischen Konzils hat er weitreichende Impulse zum notwendigen Aufbruch gesetzt.

Jakob Rem

Rem widmete sich in Ingolstadt der Erziehung der Jugend in einer von Glaubensspaltung und Zerrüttung geprägten Zeit. Sein diskretes, inneres geistliches Wirken prägte die zukünftigen Führungskräfte.

Matteo Ricci

Der Italiener Ricci brachte seine Kenntnisse in Mathematik und Astronomie nach China und erkannte in der chinesischen Weisheit Spuren Gottes. Er ist der Begründer der Chinamission.

Johann Adam Schall von Bell

Das Leben des Mathematikers und Astronomen liest sich wie das Drehbuch eines Filmes, der alles verblassen lässt, was Hollywood jemals über China zustande gebracht hat.

Friedrich Spee von Langenfeld

Spee von Langenfeld ist heute noch bekannt für seine Kirchenlieder. Mit seiner bekanntesten Schrift "Cautio criminalis" aber wurde er zum Vorkämpfer der Menschenrechte und Anwalt der Frauen.

Pierre Teilhard de Chardin

Der Jesuit arbeitete als Paläontologe dafür, Evolution und Glauben zu verstehen. Mit seiner Synthese von Religion und Wissenschaft half er vielen, aus dem Glauben an Gott eine positive Welthaltung einzunehmen.

August Benninghaus

Bereits 1934 kam August Benninghaus (1880 - 1942) in Konflikt mit der NSDAP und galt als überzeugender Prediger gegen den Nationalsozialismus. Er starb im KZ Dachau an den Folgen von Hunger und Misshandlungen.

Ignacio Ellacuría

Kontemplativ im Kampf für die Gerechtigkeit: Ignacio Ellacuría ist einer der herausragenden lateinamerikanischen Intellektuellen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er wurde in El Salvador umgebracht.

Hugo Enomiya-Lasalle

Der deutsche Jesuit Pater Hugo Enomiya-Lasalle gilt als Pionier des interkulturellen Dialogs. Er lebte und wirkte ab 1929 in Japan. Er überlebte am 6. August 1945 den Atombombenabwurf von Hiroshima in unmittelbarer Nähe.

Adolfo Nicolás

Pater Adolfo Nicolás SJ stand von 2008 bis 2016 als Generaloberer der Gesellschaft Jesu an der Spitze des größten Männerordens der katholischen Kirche. Schwerpunkt seiner Amtszeit war die Neustrukturierung des Ordens.

Jorge Mario Bergoglio

Seit fünf Jahren ist ein Jesuit Bischof von Rom. Mit Jorge Mario Bergoglio wurde der erste Amerikaner auf dem Stuhl Petri gewählt. Als Ordensmann wählte der Papst "vom anderen Ende der Welt" erstmals in der Geschichte den Namen Franziskus.

Daniel J. Berrigan

Berrigan verbrachte mehr Zeit im Gefängnis, als in manch Positionen an theologischen Fakultäten. Bis zu seinem Tod verstand es der Jesuit und Aktivist, zu provozieren - für den Frieden und für Benachteiligte.

Peter-Hans Kolvenbach

Mehr als 24 Jahre lang leitete der Niederländer Peter Hans Kolvenbach den Jesuitenorden in turbulenten Jahre. Als erster in fast 500 Jahren Ordensgeschichte trat er zu Lebzeiten freiwillig vom Amt zurück.

Oswald von Nell-Breuning

Pater Oswald von Nell-Breuning war einer der führenden Vertreter der "Katholischen Soziallehre" und Impulsgeber für die Wirtschafts- und Sozialpolitik der frühen Bundesrepublik.

Manuel da Nobrega

Der pragmatische Jesuit Manuel da Nobrega wusste zwischen Portugiesen und Indigenen zu vermitteln, kämpfte gegen die Versklavung der Ureinwohner und machte sie zu gläubigen Untertanen.

Augustin Rösch

Willensstark und unerschrocken setzte er sich als Provinzial der Oberdeutschen Provinz in der Nazi-Zeit für den Orden und die ihm anvertrauten Mitbrüder ein und verhinderte oftmals Übergriffe gegen Kirche und Orden.

Frans van der Lugt

Der Niederländer verbrachte den größten Teil seines Lebens in Syrien und galt dort als "Mann des Friedens" und des interreligiösen Dialogs. Drei Tage vor seinem 76. Geburtstag wurde er von Unbekannten ermordet.

Jón Svensson

Svensson ist durch seine Nonni-Bücher einer der in Deutschland bekanntesten isländischen Schriftsteller. Er verarbeitete darin hauptsächlich seine Kinder- und Jugendjahre auf Island.

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