Veranstaltungen

Als Verein der Freunde der Gesellschaft Jesu legen wir großen Wert auf Kontaktpflege. Dazu veranstalten wir über das Jahr hinweg Freundetreffen, die manchmal nur einen Nachmittag lang dauern oder sich über den ganzen Tag erstrecken. Wir geben dabei Einlick in die Arbeit von uns Jesuiten, Sie lernen unsere Themenschwerpunkte näher kennen und haben Gelegenheit zum Austausch mit Jesuiten sowie mit am Orden Interessierten.

Hier finden Sie einen Überblick unserer jüngsten Veranstaltungen. Die nächsten Treffen sind geplant 

in Ludwigshafen vom 5.-7. April 2019

in Berlin am 27. April 2019

in Frankfurt Sankt Georgen im November 2019

  • Schwandorf

    Jesuiten im Widerstand

    Gerade lief der Film „Wackersdorf“ in den deutschen Kinos. Der Film ist vor allem ein Lehrstück in Sachen demokratische Werte und Bürgerengagement und damit hochaktuell.

    Schwandorf, einen Steinwurf entfernt, ist der Geburtstort von Pater Augustin Rösch SJ (1893-1961), der sich als Provinzial der Oberdeutschen Provinz der Jesuiten mit Sitz in München mit dem NS-Regime auseinandersetzen musste, das den Orden unnachgiebig verfolgte. In Erinnerung an sein 125. Geburtsjahr wählten wir Schwandorf – genauer die Stadtbibliothek dort – als Ort der Begegnung mit Freundinnen und Freunden des Jesuitenordens. Gut 40 Interessierte waren unserer Einladung gefolgt. Sie waren einerseits neugierig, mehr über die vom langjährigen Bibliotheksdirektor Alfred Wolfsteiner verfassten Biographie über Pater Rösch zu erfahren.  Sein Bestreben war es, „die Figur dieses wagemutigen Sohnes der Stadt einer breiteren Öffentlichkeit bekanntzumachen“, meinte Autor Wolfsteiner. Und er fügte hinzu: „Wir Wackersdorfer haben in den 80er Jahren gegen die Wiederaufbereitungsanlage im demokratischen Staat Widerstand geleistet. Ich kann gut nachvollziehen, was es für Pater Rösch bedeutet haben muss, unter dem Nazi-Regime Widerstand zu leisten.“

    Rösch hatte sich willensstark und unerschrocken für den Orden und die ihm anvertrauten Mitbrüder eingesetzt und versuchte die Bischöfe gegenüber den Nazis auf einen härteren Kurs zu bringen. 1941 lernte er Helmuth J. von Moltke kennen, der ihn sowie die beiden Jesuiten Alfred Delp und Lothar König SJ in den Kreisauer Kreis einführte und München zu einem Zentrum des Widerstandskreises machte. Moltke bezeichnete Rösch einmal als "stärksten Mann des Katholizismus in Deutschland". Nach dem Attentat vom 20. Juli wurde er verhaftet und schwer misshandelt. Auch beim Wiederaufbau der Demokratie in der Nachkriegszeit spielte er als Mitglied des bayerischen Senats und Landescaritasdirektor eine wichtige Rolle.

    „Wir Jesuiten“, so betonte Pater Martin Stark SJ, „ wollten bei der Begegnung den Bogen spannen zum Hier und Heute, zum Auftrag des Ordens in der Moderne“. Pater Stefan Hofmann SJ, der aus der Gegend stammt und in Schwandorf zur Schule ging, wagte sich an einen Vergleich zwischen dem Christsein, dem Priester- und Jesuitsein von damals mit dem Verständnis heute. „In der Vergangenheit galt das Wort der Bibel, sie wurde sehr ernst genommen“; so Hofmann. Und da galt das Wort der Regierenden, schließlich seien sie von Gott eingesetzt worden. In der Moderne habe die Kirche, hätten ihre Amtsvertreter aus der Vergangenheit gelernt. Hofmann habe während seines Studiums sehr viele politisch denkende und argumentierende Theologen kennengelernt. Heute werde Widerstand viel mehr bejaht. Hinzukomme die Universalität, die internationale Vernetzung, ja Globalisierung der katholischen Kirche, die, so Hofmann, vor solch nationalistische geprägtem Denken bewahre. Der Moraltheologe Hofmann wünscht sich gerade mit Blick auf die Vergangenheit heute eine Kirche, die ihre Aufgabe darin sieht, „einen Ort zu schaffen, wo Dialog möglich ist, wo eine kritische Auseinandersetzung früh einsetzt. Wir brauchen den kritischen , einen gesunden umfassenden Blick auch auf Minderheiten.“

  • Köln

    Kirche im Hier und Jetzt

    „Kirche im Hier und Jetzt – was soll das heißen?“, dachte insgeheim mancher, der sich dann aber doch neugierig in die Kunststation Sankt Peter Köln wagte. „Wagte“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn einige der Eingeladenen zum Begegnungstag der Freundinnen und Freunde der Jesuiten fürchteten am vergangenen Samstag die Folgen der Moschee-Einweihung mit dem türkischen Präsidenten Erdogan und blieben fern. So entging ihnen ein interessantes Programm und eine lebhafte Diskussion über die Aufgabe der Jesuiten einst und heute. Pater Stephan Kessler SJ, der Hausherr der Kölner Innenstadtpfarrei, betonte: „Unser Einzugsgebiet ist das Rheinland, ja es kommen Menschen von Bremen bis Würzburg“, um sich auf dieses Experiment der Kunststation einzulassen. Das Gotteshaus ist ein Ort der Begegnung, die oft über die ausgestellten Kunstwerke oder die Musik geschieht.

    Derzeit ist eine Installation von Rossella Biscotti zu sehen. In den Kugeln, Kuben und Quadern hat die Künstlerin Kleidungsstücke verarbeitet, die Gemeindemitglieder gespendet haben. Sie bringt Fragilität und Erinnerung zusammen. Für den Pfarrer sind solche Ausstellungen Gelegenheit, auch mit Kirchenfernen ins Gespräch zu kommen. Pater Kessler verwies auf den von Ignatius, dem Ordensgründer, angezielten Paradigmenwechsel. In St. Peter versuche er, den Menschen immer an erste Stelle zu setzen, da zu sein für den Menschen mit seinen konkreten Nöten. Das bedeute auch, dass die Kirche in der Verkündigung der Frohbotschaft eine neue Sprache sprechen müsse. „Wir brauchen einen Übersetzungsriemen“, sagt P. Kessler. Hier leisteten die Jesuiten großartige Arbeit, meinte eine Teilnehmerin, denn in einer Zeit, in der die Kirche in der Öffentlichkeit immer weniger ernst genommen werde, genießen die Jesuiten ein hohes Maß an Vertrauen. „Ich wünsche mir, dass die Jesuiten noch mehr Stellung beziehen.“

    Mehr Öffentlichkeit heißt mehr Kommunikation. Darum sind die Jesuiten jetzt auf allen modernen Kommunikationskanälen vertreten, um zielgruppengerecht mit den Menschen ins Gespräch zu kommen,“ sagte Pater Martin Stark SJ, der Leiter der neugeschaffenen Abteilung Kommunikation & Fundraising“ in der Provinzverwaltung. So sieht er seine Aufgabe einerseits darin, „Gutes zu tun und darüber zu reden“ und andererseits primär Freunde zu finden (nicht nur „Fundraising“, sondern „Friendraising“): „Wir Jesuiten wissen, wir sind auf andere angewiesen, um den Seelen helfen zu können.“ Die etwas „andere“ Seelsorge in Kirchen wie Sankt Peter in Köln, im Kleinen Michel in Hamburg, in St. Michael in Göttingen oder in St. Klara in Nürnberg, dort wo Jesuiten wirken, ist möglich auch durch die finanzielle Unterstützung von Förderinnen und Förderern. Wenn auch Sie sich beteiligen wollen, sind wir Ihnen sehr dankbar.

  • Karlsruhe

    Ökumene

    „Der Kardinal der Einheit“, so war unser Freundetreffen im Bildungszentrum in Karlsruhe überschrieben. Am 18. November folgten rund 70 Interessierte den Ausführungen unseres Archivars, Dr. Clemens Brodkorb; über Leben und Wirken von Kardinal Augustin Bea SJ, dessen 50. Todestag zwei Tage vorher mit einem großen Pontifikalamt in seinem Geburtsort Riedböhringen gedacht worden war. Aus vielen Quellen hatte Dr. Brodkorb und andere Autoren eine umfassende Biographie über Bea zusammengestellt, die Grundlage für sein Referat über den Kardinal war. Ein lokal hochverehrter Jesuit, der in seiner Heimat als „ehrgeiziger Bauernbub“ und „liebenswerter Pater“ vielen in Erinnerung ist. Eine auf 500 Buchseiten . dargelegte Lebensschau dieses auch als Ökumene-Kardinal bekannten Kirchenmannes war die Grundlage für Brodkorbs historischen Blick auf eine Persönlichkeit, die nur relativ kurz als erster Provinzial der oberdeutschen Ordensprovinz wirkte bevor er nach Rom gerufen wurde und später eine Schlüsselfigur für den theologischen Dialog werden sollte.

    Während der Archivar so manches Dokument, wie Taufschein oder Schulzeugnisse, zeigte, machte der aus München angereiste Kirchenrektor von St. Michael, Pater Karl Kern SJ, die Praxis von gelebter Ökumene deutlich. Kern, der seit 40 Jahren Seelsorger ist und während seiner Dekade in Karlsruhe als Jugendpfarrer viele Menschen für den Glauben begeistert hat, hält die Zeit mehr als reif für die Ökumene. Papst Franziskus sage, „habt Mut zur Ökumene“, und so geht auch Kern mutig voran: „Es gibt keine Rückkehr“, sprich ein Rückholen der abtrünnigen Ex-Katholiken, denn die Gläubigen seien schon viel weiter als die Amtskirche. Die Ökumene sei gebaut auf den vier Säulen Taufe, Glaube, Liebe und Hoffnung, und in dieser Richtung müssen wir vorangehen, so Kern. Und so will er in seiner Praxis weiter gemeinsam glauben, gemeinsam wirken und gemeinsam feiern. „Das ist die beste Ökumene“. Mit anhaltendem Applaus gaben die Zuhörer ein Votum über ihre Haltung zur Ökumene ab.

     

    Die Neuerscheinung „Der Kardinal der Einheit“ herausgegebenen von Clemens Brodkorb und Dominik Burkard, ist erschienen im Verlag Schnell und Steiner.

  • Ludwigshafen

    Macht Glaube glücklich?

    Macht Glaube glücklich? So lautete das Thema des diesjährigen Freundetreffens im Heinrich Pesch Haus. Über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte Provinzökonom Pater Ralf Klein SJ kurz vor Ostern in Ludwigshafen begrüßen. Nach den Referaten und den anschließenden Diskussionen stellten viele Zuhörer fest: „So einfach wie gedacht lässt sich die Frage nicht beantworten, doch der Glaube hilft.“ Einhellig war der Tenor, dass die Tagung ein Thema aufgegriffen hatte, das heute viele Menschen bewegt. Im Grunde erkannten viele, dass die Antwort nur gefunden werden könne, wenn man den Blick nach innen richtet – so wie es die ignatianischen Exerzitien vorschlagen.

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SJ-Generalskurie