Archiv der Zentraleuropäischen
Provinz der Jesuiten (APECESJ)
Benutzung
Archivbenutzerinnen und Archivbenutzer sind auf Voranmeldung herzlich willkommen.
Die Archive der Zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten an den Standorten München (Deutschland/Schweden), Wien (Österreich), Zürich (Schweiz) und Vilnius (Litauen-Lettland) sind durch ein gemeinsames Online-Archiv erschlossen.
Das ehemalige Archiv der Schweizer Provinz der Jesuiten wurde im Jahr 1947 mit der Gründung einer unabhängigen Schweizer Vizeprovinz am Sitz des (Vize-)Provinzials in Zürich errichtet. Der 1540 approbierte Jesuitenorden wurde 1773 von Papst Clemens XIV. weltweit aufgehoben. 1814 wurde er wieder zugelassen und für den deutschen Sprachraum ausgehend von Sion und Brig im Wallis neu konstituiert. In der Schweiz mussten jedoch nach den konfessionell geprägten Sonderbundskriegen alle Jesuiten auf Beschluss der eidgenössischen Tagsatzung im Jahr 1847 das Land verlassen. Die Bundesverfassung von 1848 enthielt mit dem Artikel 51 ein „Jesuitenverbot“, welches erst 1973 per Volksentscheid aufgehoben wurde. Diese Vorgänge führten dazu, dass ein Großteil der früheren Ordens-Archivalien in die jeweiligen kantonalen Staatsarchive einging. Manche Dokumente befinden sich auch am Archivstandort München, im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München oder im Generalarchiv der Jesuiten in Rom (ARSI).
Im Zuge der Errichtung der neuen Zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten im Frühjahr 2021 wurden die ehemaligen Provinzarchive von Deutschland/Schweden, Österreich, Litauen/Lettland und der Schweiz zu einem Provinzarchiv mit Sitz in München und Archivstandorten in München, Wien, Vilnius und Zürich zusammengeführt.
Der Archivstandort Zürich steht im Austausch mit weiteren Archiven des Ordens und anderer religiösen Gemeinschaften sowie säkularer Institutionen, insbesondere in der Schweiz und in Europa.
Am Archivstandort Zürich werden Archivalien der unabhängigen Schweizer Vizeprovinz seit 1947 wie auch der Schweizer Provinz seit 1984 aufbewahrt, unter anderem Nachlässe und eine Dokumentation zum Artikel 51 der Schweizer Bundesverfassung aus dem Zeitraum von 1848 bis 1973. Seit März 2018 werden Publikationen von und über Schweizer Jesuiten, Literatur zur Geschichte der Gesellschaft Jesu, Literatur von Jesuiten-Autoren aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und Zeitschriften in der Jesuitenbibliothek Zürich weitergeführt.
Seit April 2021 ist das ehemalige Archiv der Schweizer Jesuitenprovinz als Archivstandort Zürich Teil des Archivs der Zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten. Es pflegt die bisherigen Bestände und erhält Zuwachs aus geschlossenen Häusern, Werken und dem Orden nahestehenden Institutionen auf dem Gebiet der ehemaligen Schweizer Provinz.
Der Archivstandort Zürich ist Teil eines Netzwerks, das sich mit der Erforschung des Jesuitenordens in der Schweiz und international beschäftigt. Zahlreiche Archivalien, insbesondere der Alten Gesellschaft Jesu bis zur Aufhebung 1773, befinden sich in den kantonalen Staatsarchiven und Bibliotheken.