Deutsche Provinz der Jesuiten
Scholastikersymposium - Treffen der Mitbrüder in Ausbildung - im Oktober 2016 in Bad Schönbrunn (Schweiz).

Jesuit sein heißt Jesuit werden

Jesuiten sind eigentlich nie "fertig". Denn ein Jesuit weiß sich - im Sinne des ignatianischen "magis" - in einem lebenslangen Weiterbildungsprozess. Die Ausbildung im engeren Sinn dauert mindestens zehn Jahre und ist ganzheitlich ausgerichtet.

  • Wer in den Orden aufgenommen werden will, bewirbt sich zunächst um die Aufnahme ins Noviziat. Dazu wenden sich Interessierte an den Ansprechpartner des Ordens für Berufungspastoral.
  • Die Ausbildung beginnt mit dem zweijährigen Noviziat, bei dem das Ordensleben eingeübt werden soll. Im Zentrum stehen die 30-tägigen Exerzitien in Schweigen und Meditation. Die Noviziatszeit wechselt zwischen Leben in Gemeinschaft mit inhaltlicher Einführung in den Orden einerseits und praktischen Erfahrungen in Krankenpflege, Schule, Sozialarbeit oder beim Pilgern andererseits. Am Ende bindet sich der der Novize mit den "ersten" (oder einfachen) Gelübden für immer an den Orden.

Die Ausbildung soll dazu befähigen, "mit göttlicher Hilfe den eigenen Seelen und denen der Nächsten zu helfen" (Satzungen).
Jeder Jesuit sollte eine spirituell und menschlich gereifte Persönlichkeit werden, sich fachlich für seine Tätigkeit gut ausbilden und in verschiedenen sozialen und kulturellen Kontexten üben.

Ziel der Ausbildung eines Jesuiten ist das Leben und der Einsatz als Priester oder als Bruder:

  • Für Priester ist eine philosophisch-theologische und pastorale Ausbildung obligatorisch. Zusätzlich sind eine Fachausbildung oder ein Aufbaustudium (z. B. Doktorat) üblich. 
  • Brüder erhalten nach dem Noviziat Zusatzqualifikationen, die sie auf ihre je spezifischen Tätigkeiten vorbereiten. Dies kann von handwerklichen und künstlerischen Berufen bis hin zu Seelsorge und Wissenschaft reichen.

Qualifikationen und praktische Erfahrungen, die vor dem Eintritt in den Orden erworben worden sind, finden bei der ordensinternen Ausbildung Berücksichtigung. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Voraussetzungen, mit denen junge Männer heute eintreten, wird in Absprache mit dem Provinzial und dem Ausbildungsverantwortlichen je individuell ein Programm für den Einzelnen zusammengestellt.

  • Das Tertiat bringt die Ausbildung im engeren Sinn zum Abschluss. Entsprechend der Sicht des Ordensgründers ist es vom Wortsinn her die "dritte Erprobung" nach der Zulassung (erste Erprobung) und dem Noviziat (zweite Erprobung). Wie im Noviziat stehen dabei die 30-tägigen Exerzitien im Mittelpunkt. Nach dem Tertiat kann mit der Ablegung der "letzten" (oder feierlichen) Gelübde die endgültige Eingliederung in den Orden erfolgen.
letzte Aktualisierung am 10.11.2016