Deutsche Provinz der Jesuiten

Von der Gründung bis heute

27. September 1540: Papst Paul III. bestätigt die Satzungen der Gesellschaft Jesu. © Jesuit Institute

Aber wer ist der eigentliche Gründer?

Bestätigt wurde der Jesuitenorden mit der Bulle "Regimini militantis ecclesiae" (dt. "Der Leitung der streitenden Kirche") von Papst Paul III. am 27. September 1540 - damit kann dieser Tag als eigentliches Gründungsdatum der "Gesellschaft Jesu" angesehen werden.

Zwar wird oftmals Ignatius von Loyola als eigentlicher Gründer angesehen. Jedoch sowohl die "ersten Väter" als auch Ignatius selbst hätten dagegen wohl protestiert. "In den Augen aller Gefährten der ersten Stunde war die Gesellschaft Jesu kein bloßes Menschenwerk. Sie sahen in ihr das Werk Jesu Christi selbst. Unverhofft, wie ein charismatisches Ereignis, war sie auf dem Feld der Geschichte erschienen. Sie wurde weder von rein menschlichen Überlegungen geplant, noch war sie nur die Frucht eines apostolischen Projektes. Als ihr Ursprungszeichen trägt sie vielmehr den Namen Jesu. Ihm verdankt sie ihr Werden, ihren Geist und ihr Leben. Die Männer, die an ihrem Anfang standen, glaubten ein neues Pfingsten zu erleben oder doch wenigstens wieder die Glut, die Freude und Kraft der apostolischen Zeit, der 'Urkirche' erfahren zu haben.

Wenn man aber auf der menschlichen Ebene von Gründern sprechen will, dann betrachteten sich die ersten Gefährten des Ignatius gemeinsam als Mitgründer. Die ganze Gruppe stand am Ursprung der Gesellschaft Jesu. Zunächst waren sie sieben, die auf dem Montmartre ein Gelübde machten, dann bald zehn. Gemeinsam übergaben sie sich im Jahr 1538 Papst Paul III. Gemeinsam beschlossen sie 1539, sich zum religiösen Orden zu konstitutieren und sich einen Obern zu geben. Gemeinsam wählten schließlich die Gefährten, die anwesenden wie die abwesenden, Ignatius zum General." (aus: André Ravier, Ignatius von Loyola gründet die Gesllschaft Jesu, Würzburg 1982)

letzte Aktualisierung am 25.01.2017