Deutsche Provinz der Jesuiten

Papst Franziskus und die Gesellschaft Jesu

Papst Franziskus im Gespräch mit dem Generaloberen P. Arturo Sosa SJ.

Mit Papst Franziskus wurde am 13. März 2013 erstmals ein Jesuit Bischof von Rom. Der Papst "vom anderen Ende der Welt" ist der erste Amerikaner auf dem Stuhl Petri und der erste Nicht-Europäer seit 741. Als erster Papst der Geschichte wählte Jorge Mario Bergoglio den Namen Franziskus.

In Buenos Aires am 17. Dezember 1936 geboren, galt Bergoglio im Jesuitenorden, in den er 1958 eintrat, nachdem er zuvor eine Ausbildung als Chemietechniker absolviert hatte, als Multitalent: Bereits mit 37 Jahren wurde er Provinzial in Argentinien, in schwierigster Zeit, danach Rektor im großen Studienhaus San Miguel, in dem junge Jesuiten aus zahlreichen Ordensprovinzen aus ganz Lateinamerika studierten. Der Deutschen Provinz der Jesuiten ist er seit 1986 verbunden, als er für einige Monate an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt/Main eine Promotion vorbereitete, die allerdings unvollendet blieb.

Seine Verbundenheit zur Gesellschaft Jesu zeigt das Wappen von Papst Franziskus mit der Strahlensonne und dem Christusmonogramm.

Pater Bergoglio wurde 1992 Weihbischof, 1997 Erzbischof-Koadjutor, 1998 Erzbischof von Buenos Aires und 2001 Kardinal. Seit 1992 unterliegt er damit nicht mehr der Jurisdiktion eines Jesuitenprovinzials oder des Generaloberen. Aber er bleibt Jesuit, ist in der jesuitischen Tradition und ignatianischen Spiritualität fest verwurzelt und drückt seine Verbundenheit zum Orden in Rom und bei Besuchen von Jesuitenkommunitäten  während seiner Reisen immer wieder aus.

"Wir Jesuiten haben schon immer ein besonderes Gelübde, dass wir uns vom Papst mit Aufträgen in alle Welt senden lassen. Dieses Gelübde ändert sich nicht, wir stehen Papst Franziskus wie jedem Papst zur Verfügung", erklärte der damalige deutsche Jesuitenprovinzial Stefan Kiechle SJ nach der Papstwahl. "Vom neuen Papst erhoffe ich mir - ganz jesuitisch - nicht nur, dass er in der Kirche einiges erneuert, sondern vor allem, dass er sich kraftvoll für das Evangelium, für den Glauben und die Liebe, für die Versöhnung und den Frieden einsetzt."

Am 24. Oktober 2016 stattete Papst Franziskus der 36. Generalkongregation einen Besuch ab. Er ermutigte den Orden, "gemeinsam weiter vorangehen - frei und gehorsam - bis zu den Peripherien, wo andere nicht hinkommen" (Text seiner Ansprache): "Der Dienst im guten Geist und in der Unterscheidung macht uns zu Männern der Kirche, und zwar nicht zu klerikalen, sondern kirchlichen, zu Menschen 'für andere'."

Papst Franziskus feierte am 27. September 2014 in der römischen Kirche "Il Gesu" einen Vespergottesdienst zum Dank für die Wiederzulassung des Jesuitenordens vor 200 Jahren (Text seiner Ansprache). Dabei bezeichnete der Papst einen Jesuiten als jemand, der durch sein Verhalten nicht nur zeige, was er glaube, sondern auch, auf wen er in schwierigen Zeiten seine Hoffnung setze, so Papst Franziskus. "Es ist niemals die scheinbare Ruhe, die unser Herz beruhigt, sondern nur der echte Frieden, der eine Gabe Gottes ist... Nur die Unterscheidung des Willens Gottes errettet uns vor der wirklichen Entwurzelung, vor der 'Unterdrückung' des Herzens, also dem Egoismus, der Weltlichkeit, dem Verlust unseres Horizontes, unserer Hoffnung, die Jesus ist und die nur Jesus ist."

letzte Aktualisierung am 12.07.2017