Deutsche Provinz der Jesuiten

Was Sie schon immer über uns wissen wollten...


Ad Majorem Dei Gloriam
 (dt. "zur größeren Ehre"): Das Leitmotiv oder der Wahlspruch der Gesellschaft Jesu (vgl. 1 Kor 10,31), abgekürzt: AMDG.

Bericht des Pilgers: Die geistliche Autobiographie des Ignatius; diktiert am Ende seines Lebens, ist sie von unschätzbarem Wert für seine Biographie und Spiritualität.

Bruder: Jesuiten wirken als Priester oder als Brüder. Ohne die notwendige Vorbereitung auf die Weihen können sich Brüder früher in verschiedenen Ausbildungen spezialisieren. Die 34. Generalkongregation hat ein Dekret zu den Besonderheiten des Profils eines Jesuitenbruders formuliert.

Cura personalis (dt. "Sorge für den Einzelnen"): Jesuitisches Führungs-Prinzip, das den Einzelnen in seiner Beziehung mit Gott und seinen Mitmenschen und dessen Weiterentwicklung in den Blick nimmt. Auch verwendet in der "Ignatianischen Pädagogik".

Destination (dt. "Sendung"): Der konkrete Arbeitsauftrag, den ein Jesuit von seinem Oberen erhält.

Exerzitant: Jemand, der sich Exerzitien unterzieht.

Exerzitien: Die "Geistlichen Übungen", die nach der Weisung des Gründers Ignatius von Loyola in den Geist des Ordens einführen und zu einer spirituellen Erneuerung und Orientierung verhelfen.

Formatio: Wird im Deutschen meist mit "Ausbildung" wiedergegeben und zielt darauf, dass das geistliche Leben zur Quelle des Apostolats wird und umgekehrt das Apostolat die Studien und das geistliche Leben antreibt.

Frater: Ist ordensintern die Anrede für einen Jesuiten-Scholastiker, der sich auf die Priesterweihe vorbereitet.

GelübdeDer Jesuit verspricht vor Gott für immer Armut, Keuschheit und Gehorsam und bindet sich durch diesen Akt an den Orden; Professmitglieder versprechen in einem vierten Gelübde die Verfügbarkeit für Sendungen des Papstes.

Generalkongregation: Das höchste Beschluss fassende Gremium des Jesuitenordens kommt selten zusammen, normalerweise nur um einen neuen Generaloberen zu wählen.

Generaloberer: Der "Allgemeine Vorgesetzte" (praepositus generalis), d.h. der Leiter des weltweiten Jesuitenordens, wird von der Generalkongregation auf Lebenszeit gewählt; seit 2016 ist dies der Venezolaner P. Arturo Sosa SJ

Gesellschaft Jesu (lat. "Societas Jesu"): Von den ersten Gefährten gewählter Name für ihren Orden, der 1540 vom Papst anerkannt wurde und der heute der größte Männerorden in der katholischen Kirche ist.

Glaube und Gerechtigkeit: Grundüberzeugung des Jesuitenordens (32. GK, Dekret 4, Unsere Sendung), dass das Eintreten für Gerechtigkeit nicht etwas ist, was nachranging zu unserer christlichen Überzeugung hinzukommt, sondern dass die Förderung der Gerechtigkeit notwendigerweise zum Dienst am Glauben immer dazugehört.

Ignatianisch: Bezieht sich auf den Hl. Ignatius von Loyola, die zentrale Figur bei der Gründung der Gesellschaft Jesu, und meint daher nicht nur Dinge, die mit dem Jesuitenorden zu tun haben, sondern z.B. die Ignatianische Spiritualität, der sich auch andere Ignatianisch geprägte Gemeinschaften verbunden wissen.

IHS: Das Monogramm (die ersten drei Buchstaben des Namens Jesus in griechischer Schrift) ist das Signet des Ordens, welches auch als "Iesum Habemus Socium" (Wir haben Jesus als Gefährten) oder "Iesus Hominum Salvator" (Jesus, der Erlöser der Menschen) gedeutet wird.

Indifferenz (dt. "Gleichförmigkeit"): Die innere Freiheit, sich nicht nach eigenen Vorlieben zu entscheiden, sondern im Gehorsam über sich verfügen zu lassen und eine Sendung des Ordens ("Destination") zu übernehmen.

Jesuit: Ein Mitglied der Gesellschaft Jesu. Was es heißt, Jesuit zu sein, beschrieb die 34. Generalkongregation so: "Erfahren, dass man als Sünder trotzdem zum Gefährten Jesu berufen ist, wie Ignatius."

Kolleg: Ursprünglich das Wohnhaus von Jesuitenstudenten, die an benachbarten öffentlichen Universitäten studierten. Später unterrichteten Jesuiten immer mehr selbst in ihren Kollegien, so dass "Kolleg" bald eine jesuitische Schule oder Universität meinte.

Kommunität: Die konkrete Wohn- und Arbeitsgemeinschaft von Jesuiten vor Ort, meistens bestehend aus etwa 5 bis 20 Jesuiten.

Konsult (von lat. consultare, beraten): Das Beratungsgremium, das dem Oberen bei seinen Entscheidungen unterstützt.

Letzte Gelübde: Mit den "Letzten" oder "feierlichen" Gelübden erfolgt nach dem Tertiat zum Ende der Ausbildung die endgültige Eingliederung in den Orden, mindestens 10 Jahre nach dem Eintritt.

Magis (dt. "mehr"): Grundbegriff der Spiritualität des Hl. Ignatius von Loyola, der auf die Exerzitien-Dynamik verweist: Glauben ist ein Weg mit Christus, ein Wachstumsprozess und eine Befreiung zu immer mehr Gemeinschaft mit Gott.

Minister: Unterstützt einen Hausoberen bei der Organisation des Alltagslebens einer Kommunität.

Noviziat (von lat. novus, neu): Für neue Ordensmitglieder ("Novizen") eine zweijährige Einführungs- und Probezeit; sie wird mit den ersten Gelübden abgeschlossen.

Oberer: Der Vorgesetzte, dem gegenüber man Gehorsam übt; es gibt den Haus-, den Provinz- und den Generaloberen.

Ökonom: Verwaltet das Eigentum einer Kommunität oder der Provinz.

Papstgelübde: In ihm drückt sich die besondere Bindung der Jesuiten an den Papst "in Bezug auf Sendungen und Missionen" aus, auch "viertes Gelübde" genannt, weil es bei den Letzten Gelübden zu den drei üblichen Ordensgelübden hinzukommt.

Pater (dt.: "Vater", Mehrzahl "Patres"): Im Deutschen die Anrede für einen Ordenspriester; im deutschen Sprachraum ist es üblich, Patres mit dem Nachnamen anzusprechen.

Profess (von lat. professio, Bekenntnis, Hingabe): Die feierliche Form der Letzten Gelübde, bei der ein Jesuit auch das "vierte Gelübde" ablegt und dem Papst besonderen Gehorsam "in Bezug auf Sendungen und Missionen" verspricht.

Provinz: Eine territorial umgrenzte Verwaltungs-, Lebens- und Arbeitseinheit von Jesuiten, die mindestens  50 Mitglieder umfasst und von einem "Provinzial" geleitet wird. Die Deutsche Provinz der Jesuiten hat derzeit 341 Mitglieder.

Provinzial: Der Obere einer Provinz wird vom Generaloberen ernannt, normalerweise für eine Amtszeit von sechs Jahren; seit 1. Juni 2017 ist dies für die Deutsche Provinz P. Johannes Siebner SJ.

Satzungen (oder auch "Konstitutionen"): Das Regelwerk des Ordens, das die interne Organisation, aber auch die spirituellen Grundzüge und das konkrete Zusammenwirken der Jesuiten festlegt.

Scholastiker (von lat. schola, Schule): Junge Jesuiten in Ausbildung, die, nachdem sie die ersten Gelübde abgelegt haben, in der Regel studieren und sich auf die Priesterweihe vorbereiten.

Socius (dt. "Gefährte"): Eigentlich jedes Mitglied der "Societas Jesu" (Gesellschaft Jesu). Speziell werden der engste Mitarbeiter eines Provinzials oder eines Novizenmeisters so bezeichnet.

SJ: Die Abkürzung für die "Societas Jesu" (Gesellschaft Jesu). Alle Jesuiten, die Gelübde abgelegt haben, schreiben diese Abkürzung hinter ihren Namen. Novizen benutzen die Abkürzung "nSJ".

Spiritualität (dt. "Leben aus dem Geist"): Meint die konkreten geistlichen Formen und Inhalte, nach denen eine religiöse Gemeinschaft lebt und wirkt. Die "Ignatianische" (nach Ignatius von Loyola) oder "Jesuitische" Spiritualität gründet vor allem in den Exerzitien.

Tertiat: Die letzte, knapp einjährige Ausbildungszeit, in der sich ein Jesuit - nach Abschluss aller Studien und Praktika - auf seine Letzten Gelübde und damit auf die endgültige Eingliederung in die Gesellschaft Jesu vorbereitet.

Werk: Eine Einrichtung oder Institution des Ordens, z.B. ein Kolleg, eine Hochschule oder ein Bildungshaus.

Ziel der Gesellschaft Jesu: Der Jesuitenorden wurde vor allem "zur Verteidigung und Verbreitung des Glaubens" gegründet. Der Papst soll Jesuiten "zur Ehre Gottes und zum Nutzen der Seelen" einsetzen (Ignatius v. Loyola, Bericht des Pilgers, 85).

letzte Aktualisierung am 12.07.2017