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Pater Alfons Höfer SJ verstorben

Der frühere Jesuitenprovinzial Alfons Höfer SJ ist heute Morgen (24. August 2020) in Köln verstorben. Geboren wurde er am 27.07.1937 als Jüngster von fünf Geschwistern in Hönningen/Sieg. Er trat 1958 nach dem Abitur in die Gesellschaft Jesu in Burg Eringerfeld ein und wurde 1968 in Frankfurt/Main von Bischof Schröffer zum Priester geweiht. Nach Abschluss der Studien kam er als Mitarbeiter von P. Josef Jäger nach Köln und arbeitete dort viele Jahre als Männerseelsorger, inspiriert durch Themen und Inhalte vom II. Vatikanum. In seiner Aufgabe setzte er sich stark für die Erneuerung in der Kirche ein. Dies führte bei ihm auch zu der geistigen Auseinandersetzung mit namhaften Philosophen und Sozialwissenschaftlern. Es war auch die Zeit, in der er von 1971 bis 1989 stellvertretender Leiter der Akademie für Erwachsenenbildung war. Von P. General Kolvenbach wurde er 1986 zum Provinzial der Norddeutschen Provinz der Jesuiten ernannt. Bis 1992 hatte er dieses Amt inne. Die Erfahrungen in dieser Aufgabe waren für sein Ordensleben äußerst wichtig. Am meisten belastete ihn wohl der Ordensaustritt junger Mitbrüder.

Ab 1992 leitete er bis zum Jahre 2007 die Karl-Rahner-Akademie in Köln. Diese Jahre waren getragen von seinem ausgeprägten Gespür für aktuelle kirchliche und gesellschaftliche Fragen und seiner Leidenschaft für akademische Freiheit, was in vielen Veranstaltungen und Vorträgen deutlich wurde. „Katholische Bildungsarbeit ohne akademische Freiheit war für Pater Höfer nicht denkbar. Ihm verdanken wir, dass die Karl Rahner Akademie weiterhin ein Ort des offenen Dialogs ist“ sagt der aktuelle Akademieleiter Norbert Bauer. Es war für ihn auch die spannungsgeladene Zeit zwischen dem damaligen Kardinal Meisner und der Karl-Rahner-Akademie, was für ihn keine leichte Zeit war. Einen Namen machte er sich in diesen Jahren auch durch seine Predigten in St. Peter in Köln. Auch nach seiner Verabschiedung blieb er der Akademie verbunden: als Mitglied im Trägerverein, im Programmbeirat und im Kuratorium der Stiftung.

Nachdem Höfer die Leitung der Karl Rahner Akademie in Köln 2007 abgegeben hatte, gehörte Alfons Höfer seit 2008 zum Aloisiuskolleg. Hier hat er bei den Gottesdiensten für die Schülerinnen und Schüler sowie den Beichten mitgeholfen und war manchem Mitarbeiter ein Seelsorger und Ansprechpartner. In den umliegenden Gemeinden von Bad Godesberg hat er viele Gottesdienste gefeiert und einen Bibelgesprächskreis begleitet. Auch für das theologische Gespräch in den Gemeinden und ihren Geistlichen konnte P. Höfer in diesen Jahren viele Anregungen geben. So hat er seine Erfahrungen aus der Erwachsenenbildung auch hier fruchtbar werden lassen.

Im Frühjahr 2019 brachte eine Krebserkrankung eine schmerzhafte Perspektive in sein Leben und beendete abrupt sein seelsorgliches Leben und sein Engagement sowie seinen bisherigen Alltag. Seit Mai 2019 lebte er in der Seniorenkommunität der Jesuiten im Caritas-Altenzentrum in Köln-Mülheim und fand in der Gemeinschaft der Mitbrüder eine neue Heimat. Gerade in den letzten Monaten und Wochen ertrug er in Geduld den fortschreitenden Prozess der Krebserkrankung und den damit verbundenen gesundheitlichen Folgen.          

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