• Pascal Calu SJ (r.) erzählt dem Papst und dem Generaloberen von den Plänen für das Jubiläumsjahr.
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Entscheidend ist, in der Nähe zu Gott zu wachsen

„Wenn das ganze Ignatianische Jahr auch nur einem einzigen Menschen hilft, Christus näher zu kommen, ist dies ein Erfolg“, sagt Pascal Calu SJ. Der belgische Jesuit koordiniert in der Ordenszentrale in Rom die Aktivitäten im Jubiläumsjahr.

Was inspiriert Sie als Jesuit am meisten im Leben des Hl. Ignatius und was als Koordinator des Jubiläumsjahres?

Ich wurde ganz überraschend Koordinator des Ignatianischen Jahres an der Generalkurie. Eigentlich sollte ich für ein Magisterium (Pastoralpraktikum) nach Myanmar gehen, doch aufgrund der Pandemie war dies nicht möglich, so dass eine Alternative gefunden werden musste. Mein Provinzial schickte mich nach Rom, um dort im Kommunikationsbüro der Generalkurie für das Ignatianische Jahr zu arbeiten. Eine völlig andere Umgebung und ein ganz anderes Apostolat als das ursprünglich geplante.
Für mich ist inspirierend, dass mit Ignatius etwas Ähnliches geschah. Er wollte ins Heilige Land, aber in Venedig fuhren keine Schiffe. So beschlossen die ersten Gefährten, nach Rom zu gehen und sich dem Papst anzubieten. Dann wurde Ignatius, gegen seinen Wunsch, zum ersten Generaloberen gewählt, was bedeutete, dass er ein "kirchliches Amt" hatte, etwas ganz anderes als sein ursprünglicher Wunsch, die Sendung, den Menschen nahe zu sein. Daran zu denken, ist für mich inspirierend. Wie er wollte auch ich in den Fernen Osten gehen, was ich nicht konnte, und landete so in einem "Bürojob" in Rom. Von seinem Schreibtisch aus blickte Ignatius auf die weltweite Gesellschaft, und ich bin glücklich, eine ähnliche Erfahrung machen zu können, Informationen aus der ganzen Welt zu erhalten und dabei viel über die weltweite Gesellschaft Jesu zu lernen.

Ignatius war ein gleichermaßen strenger wie liebevoller Mensch. Wofür würde er heute die Jesuiten loben, wofür würde er sie tadeln?

Ich denke, Ignatius würde die Jesuiten von heute ebenso wie P. General Sosa auffordern, katholischer zu werden, das heißt: universeller.
Und Christus immer in die Mitte zu stellen und das nie zu vergessen. Es ist leicht, sich in lokalen Fragen festzubeißen und dabei die universale Ausrichtung aus den Augen zu verlieren. Und es ist leicht, etwas oder jemand anderes als Christus in den Mittelpunkt zu stellen. Es ist daher eine ständige Umkehr, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist.
Gleichzeitig denke ich, dass Ignatius Jesuiten überall auf der Welt ermutigen würde, ihr Apostolat mit großem Eifer fortzusetzen. Er würde darauf vertrauen, dass Jesuiten mit dieser universalen Ausrichtung, in brüderlicher Verbundenheit und mit Christus als Zentrum immer alles geben, der Kirche treu zu dienen.

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