• P. Gianfranco Ghirlanda bei der Vorstellung der neuen Kurienverfassung "Praedicate Evangelium" im März 2022.
  • P. Gianfranco Ghirlanda SJ © SJ-Bild/unigre.it
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P. Gianfranco Ghirlanda SJ zum Kardinal ernannt

Vatikanstadt - Papst Franziskus hat den italienischen Jesuiten Gianfranco Ghirlanda SJ zum Kardinal ernannt. Der 79-jährige emeritierte Kirchenrechtsprofessor war maßgeblich an der Redaktion der neuen Kurienverfassung "Praedicate evangelium" beteiligt, die am Pfingstsonntag (am 5. Juni) in Kraft tritt. Am Sonntag nach dem Angelus hatte Papst Franziskus ein Konsistorium zur Kreierung von 21 Kardinälen für Ende August angekündigt, das auch über die neue Kurienverfassung reflektieren soll.

Gianfranco Ghirlanda trat 1966 dem Jesuitenorden bei und wurde 1973 zum Priester geweiht. Von 1995 bis 2004 war er Dekan der Kirchenrechtlichen Fakultät und von 2004 bis 2010 Rektor der Päpstlichen Universität Gregoriana. Er ist Berater mehrerer Dikasterien des Heiligen Stuhls, unter anderem des Päpstlichen Rates für die Laien, der Kongregation für den Klerus, der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte, der Kongregation für die Bischöfe, der Kongregation für den Gottesdienst und die Feier der Sakramente und der Kongregation für die Glaubenslehre. Von 1993 bis 2003 war er Richter am Berufungsgericht des Vatikanstaates und seit 2000 Referent des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatura.

2014 war der Jesuit zum päpstlichen Berater der Ordensgemeinschaft "Legionäre Christi" ernannt und mit der Neuausrichtung der dem Orden angeschlossenen Laienorganisation "Regnum Christi" beauftragt worden. Schon seit 2010 hatte P. Ghirlanda als persönlicher Berater von Kardinal Velasio de Paolis den Erneuerungsprozess der Gemeinschaft begleitet, nachdem der Orden durch moralische Verfehlungen ihres Gründers Marcial Maciel Degollado (1920-2008) und interne Führungsprobleme in eine Krise geraten war. Er gehörte 2016 auch einer päpstlichen Untersuchungskommission für den Malteserorden nach der Amtsenthebung von Großkanzler Albrecht von Boeselager an. 2021 wurde er mit der päpstlichen Überprüfung der Laiengemeinschaft der "Memores Domini" betraut.

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