1 / 3

Flüchtlingstag 2021: 44.000 Namen nennen

Zürich - Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst Schweiz und viele weitere NGOs bereiten sich auf den Weltflüchtlingstag 2021 mit der Aktion „Beim Namen nennen“ vor. Bei ihrem Namen nennen wollen sie alle Menschen, die beim Versuch, nach Europa zu flüchten, gestorben sind. Die meisten sind im Mittelmeer ertrunken.

Andere wurden an Grenzübergängen erschossen. Männer, Frauen, Jugendliche, Kinder, Babys. Oder sie sind in Gefängnissen und Lagern gestorben, Misshandelt, Verhungert oder durch Suizid. „In Zürich denken wir aktuell auch an M.S., der die letzten Jahre in Nothilfelagern verbrachte und sich am 30. Mai aus Verzweiflung erhängt hat“, berichtet Christoph Albrecht vom JRS Schweiz. „Beim Namen nennen wollen wir alle durch diese strukturelle Gewalt zerstörten Menschen. Wir wollen ihnen ein würdiges Andenken bewahren.“

Christoph Albrecht SJ, Leiter des JRS in der Schweiz, prangert die Ungerechtigkeit an, die den Geflüchteten so oft widerfährt: „An den äußeren und inneren Grenzen Europas und in Nordafrika leben aktuell hunderttausende Menschen in erbärmlichen Flüchtlingscamps oder werden Opfer eines neuen Sklavenhandels. Die Welt, Europa und die Schweiz schauen weg.“

Die Aktion „Beim Namen nennen“ findet 2021 in folgenden Städten statt: Basel, Bern, Chur, Genève, Lausanne, Luzern, Neuchâtel, St. Gallen, Thun, Zürich in Kooperation mit UNITED for Intercultural Action – European network against nationalism, racism, fascism and in support of migrants and refugees. Zahlreiche Organisation tragen diese Gedenk- und Protestveranstaltung mit, natürlich auch der Jesuiten-Flüchtlingsdienst Schweiz.

Newsletter