1 / 1

Heinrich Pesch Haus koordiniert Hilfsangebote in Ludwigshafen

Ludwigshafen - „Lucan.help“ lautet der Name der Internetseite, die am Mittwoch, 30. März 2022, an den Start geht. Die Seite ist eine Kooperationsplattform und Tauschbörse für aus der Ukraine nach Ludwigshafen Geflüchtete und einheimische Privatpersonen, Einrichtungen und Unternehmen, die sich für Menschen in Not einbringen wollen. Das Heinrich Pesch Haus (HPH) stellt ein Büro für diese Koordinationsarbeit bereit, richtet flankierend ein Hotline-Telefon ein und stellt haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen zur Verfügung.

Angeregt wurde das Projekt durch die Stadt Ludwigshafen und HPH-Direktor Tobias Zimmermann SJ. Ziel der Koordinierungsstelle im HPH ist sowohl die Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine in Ludwigshafen als auch die Unterstützung von Hilfsaktionen für die Menschen in der Ukraine. Das Bistum Speyer unterstützt den Aufbau der Koordinierungsstelle personell, viele bringen sich ehrenamtlich ein.

„Wir wollen mit der Homepage Geflüchtete und Ehrenamtliche, die den Menschen helfen wollen, zusammenbringen und einen Überblick über Anlaufstellen und Angebote für Geflüchtete geben“, erläutert Jana Sand, Leiterin der Familienbildung im Heinrich Pesch Haus und Sprecherin des neuen Hilfsangebots.

Dr. Matthias Rugel, Bildungsreferent im HPH und Koordinator des neuen Angebots, organisiert seit gut sechs Jahren ehrenamtlichen Sprachunterricht für Geflüchtete und ist mit der hiesigen Ehrenamtsszene gut vernetzt. „Es gibt viel Hilfsbereitschaft in Ludwigshafen – und einen großen Erfahrungsschatz, wie man Neuankömmlinge willkommen heißt und aufnimmt. Gemeinsam können wir aus der momentanen Notsituation das Beste machen.“ Die Websiteinhalte werden grundsätzlich auf Ukrainisch, Russisch, Englisch und Deutsch eingestellt. Rugel weist darauf hin, dass auch Geflüchtete anderer Nationen, die beispielsweise politisch gefangen waren, über die Vernetzungswebsite Hilfe erfahren können. Sowohl für Hilfsangebote wie Hilfsnachfragen stehen dort entsprechende Formulare bereit.

„Wir wollen als Vermittler fungieren und Doppelstrukturen vermeiden“, betont die Leiterin der Familienbildung. Wie in den Jahren 2015 und 2016 will die Familienbildung zudem wieder eine Spiel- und Sprachgruppe für geflüchtete Kinder anbieten, die sich zwei Mal wöchentlich trifft. Der erste Termin ist am Mittwoch, 30. April. Auch die Begleitung von ehrenamtlichen Übersetzer*innen wird im Heinrich Pesch Haus erfolgen. Die erste Schulung findet am Samstag, 2. April, statt. Weitere Teilprojekte sind in Planung.

Das Heinrich Pesch Haus hat bereits beim großen Zustrom von Geflüchteten 2015/2016 die Stadt unterstützt und war jetzt sofort wieder bereit, bei der Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen, vor denen die Stadt durch die Geflüchteten steht, zu helfen. „In diesen Tagen zeigt sich, wie intakt die Zivilgesellschaft in Deutschland ist. Denn überall zeigt sich die Bereitschaft und die Fähigkeit, aus der Mitte der Gesellschaft heraus den Menschen in der Ukraine und denen zu helfen, die zu uns flüchten, ob bei Privatpersonen und ihren Initiativen, bei Service-Clubs, Firmen oder kirchlichen Organisationen“, sagt Tobias Zimmermann SJ, Direktor des HPH. Das Heinrich Pesch Haus sehe es als seine Aufgabe als Katholische Akademie an, Menschen und Institutionen zu vernetzen und in ihrem Engagement für eine humane Gesellschaft zu begleiten. „Insofern finden wir es richtig und gut, mit unserer Initiative `Lucan.help´ die Stadt Ludwigshafen in der Koordinierung der vielen ehrenamtlichen Helfer*innen und Initiativen zu unterstützen“, betont Zimmermann.

Newsletter