• Die Ermordnung von zwei Frauen und sechs Jesuiten vor 30 Jahren in El Salvador.
  • Amando Lopez
  • Celina Ramos
  • Elba Ramos
  • Ignacio Ellacuria
  • Ignacio Martin Baro
  • Joaquin Lopez
  • Juan Ramon Moreno
  • Segundo Montes
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Märtyrer für Glaube und Gerechtigkeit

Manche Verbrechen haben eine geschichtliche Dimension. Das trifft für die Ermordung von  sechs Jesuiten und zwei Frauen am 16. November 1989 in San Salvador gleich in mehrfacher Hinsicht zu. Wenige Tage zuvor war in Berlin die Mauer gefallen – der Anfang vom Ende des Kalten Krieges. Doch in El Salvador wurde der 1980 ausgebrochene Bürgerkrieg noch einmal richtig heiß. Er war auch ein Stellvertreterkrieg im Ost-West-Konflikt. Die linksgerichtete Guerilla führte seit dem 11. November eine landesweite Militäroffensive und hielt ein Drittel der Hauptstadt San Salvador besetzt. Die Armee fühlte sich mit dem Rücken zur Wand und bombardierte rücksichtslos ganze Stadtviertel.

Am Abend des 15. November versammelte sich die gesamte Armeeführung und beschloss, sich die angeblichen „Köpfe“ der Aufständischen vorzunehmen. Ein Spezialkommando wurde in die Zentralamerikanische Universität José Simeón Cañas (UCA) der Jesuiten geschickt. Die Soldaten zerrten die Patres aus ihrer Wohnung, zwangen sie mit dem Gesicht nach unten ins Gras zu liegen und erschossen sie aus nächster Nähe. Neben Ignacio Ellacuría, dem Rektor der Universität, waren es Segundo Montes, Ignacio Martín-Baró, Amando López, Juan Ramón Moreno und Joaquín López y López. Die Köchin Elba Ramos und ihre Tochter Celina mussten sterben, weil den Soldaten befohlen worden war, keine Zeugen des Massakers übrigzulassen.

Die aus den Schädeln gequollene Hirnmasse der Universitätsprofessoren wurde zum makabren Symbol: Hier sollte Geist getötet werden. Hier glaubten die Täter und ihre Hintermänner einmal mehr, mit Personen auch deren mißliebe Ideen aus der Welt schaffen zu können.

Autor:

Martin Maier SJ

Pater Martin Maier SJ, geboren 1960 in Meßkirch/Deutschland, trat 1979 in den Jesuitenorden ein. Er studierte Philosophie, Theologie und Musik in München, Paris, Innsbruck und San Salvador. 1988 wurde er zum Priester geweiht. Von 1989 bis 1991 war er in El Salvador Pfarrer einer Landgemeinde. 1993 wurde er zum Doktor der Theologie promoviert. P. Maier war von 1995 bis 2009 Redaktionsmitglied (seit 1998 auch Chefredakteur) der „Stimmen der Zeit“. Von 2009 bis 2014 war er Rektor des Berchmanskollegs in München. Als Experte für Theologie der Befreiung ist er Gastprofessor an der Zentralamerikanischen Universität in San Salvador. Seit 2014 ist er Beauftragter für Europäische Angelegenheiten im Jesuit European Social Centre (JESC) in Brüssel.

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